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Fast jede zweite Krankenkasse unter Manipulationsverdacht

Bundesversicherungsamt droht mit finanziellen Konsequenzen. Müssten da aber eigentlich nicht manche in den Knast?

Betreiben Krankenkassen Selbstbedienung mittels falscher Statistiken? (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Betreiben Krankenkassen Selbstbedienung mittels falscher Statistiken? (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Knapp jede zweite Krankenkasse steht einem Bericht zufolge im Verdacht, die Krankheiten ihrer Versicherten nicht korrekt zu melden. Vielfach werden die Patienten offensichtlich auf dem Papier kränker gemacht, als sie in Wahrheit sind.

Dies geht aus einem Schreiben des Bundesversicherungsamtes an den Spitzenverband der Krankenkassen hervor, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Demnach entdeckten die Beamten bei insgesamt 59 von derzeit 134 Krankenkassen Auffälligkeiten und forderten die Kassen zu einer Erklärung auf.

Krankheiten auf dem Papier sprunghaft gestiegen

So müsse beispielsweise eine BKK plausibel machen, warum in einem Jahr die Zahl der Herzinfarkte bei ihren Versicherten um mehr als 280 Prozent gestiegen sei, während sie durchschnittlich bei allen Kassen um weniger als ein Prozent in die Höhe gegangen sei.

Eine Ersatzkasse wiederum habe eine Vermehrung von Hautgeschwüren bei ihren Versicherten um mehr als 30 Prozent verzeichnet, während die Fälle mit diesem Krankheitsbild im gesamten Kassensystem um gerade einmal 1,5 Prozent gestiegen seien.

Manipulation? Oder knallharter Betrug?

Für die Kassen ist es lukrativ, wenn ihre Versicherten für die Statistik schlimmere Erkrankungen aufweisen, als dies tatsächlich der Fall ist. Die Höhe der Gelder, die die Kassen aus dem Gesundheitsfonds erhalten, bemisst sich nach Alter und Gesundheitszustand ihrer Versicherten – je kränker die Versicherten sind, desto mehr Geld gibt es.

Den betroffenen Kassen drohen der Zeitung zufolge finanzielle Sanktionen: Sollte es ihnen nicht gelingen, die erheblichen Abweichungen vom Durchschnitt der Krankheitsbilder zu erklären, könne das Bundesversicherungsamt den Kassen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds kürzen.

(RP/dpa)


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2 Kommentare

  • Andreas Michel

    Eine einzige Krankenkasse für alle Bürger wäre auch zu einfach…

    3. September 2013 at 12:17
  • Rehability Reha-Fachhandel GmbH & Co. KG

    Soll sich jeder selber ein Bild von machen……

    3. September 2013 at 15:56

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