Fast nur Frauen wollen Gehörlosenpädagogik als Beruf ergreifen

Eins von fünf Studienfächern mit dem höchsten weiblichen Anteil.

Gebärdensprache gehört zum Studium. (Foto: dpa)

Gebärdensprache gehört zum Studium. (Foto: dpa)

Gehörlosen-/Schwerhörigenpädagogik ist besonders bei Frauen beliebt: 90 Prozent der Studierenden sind weiblich. Die Disziplin liegt damit auf Platz 2 der Studienfächer mit dem höchsten Frauenanteil. Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt, beziehen sich auf das erste Studienfach bei den Studierenden insgesamt und auf das Wintersemester 2014/2015.

Auf den Plätzen 1 und 2 liegen Sprachheilpädagogik/Logopädie (Frauenanteil: 92,9 Prozent) und Textilgestaltung (90,4 Prozent). Die Plätze 4 und 5 nehmen Frühpädagogik (Frauenanteil: 88,0 Prozent) und Innenarchitektur (Frauenanteil: 86,3 Prozent) ein.

Was ist Gehörlosen-/Schwerhörigenpädagogik?

Die Gehörlosenpädagogik (auch Hörgeschädigtenpädagogik) ist eine Fachrichtung der Sonderpädagogik, die wiederum eine Fachrichtung der allgemeinen Pädagogik ist. Gleichzeitig ist sie ein Teilgebiet der Audiologie. Sie beschäftigt sich mit der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf auf Grund von Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit aufweisen. Dabei umfasst sie alle Bereiche pädagogischen Handelns im Umgang mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen von der Früherziehung bis zu den Hilfen der beruflichen Eingliederung. Zunehmend gewinnt auch die Erwachsenenbildung an Bedeutung.
Es existieren verschiedene Sichtweisen, inwiefern die Gehörlosenpädagogik umgesetzt werden sollte. Während die technische (moderne Hörgeräte, Cochleaimplantat) und medizinische (soft surgery) Entwicklung sowie die auditiv-verbale Erziehung die Gebärdensprache im Schulunterricht in den Hintergrund drängt, da effektives Sprech-, Hör- und allgemeines Kommunikationstraining zur Gewährleistung der sozialen Integration und der beruflichen Eingliederung in den Vordergrund gestellt werden, propagieren Gehörlosenselbsthilfeverbände wie der Schweizerische Gehörlosenbund die „bilinguale Erziehung“, bei der sowohl Gebärdensprache als auch Lautsprache eingesetzt wird. Es sei der optimale Weg zu einem selbstbestimmten Leben.
Quelle: Wikipedia

(RP/dpa)

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