Fibromyalgie: Rheumatologen empfehlen Sport statt Schmerzmittel

Besonders Frauen sind von Fibromyalgie betroffen (Foto: Benjamin-Thorn/pixelio.de)

Leichtes Ausdauertraining kann die Beschwerden bei dieser chronischen Schmerzerkrankung lindern.

Kombiniert werden sollte der Sport mit leichten Kraftübungen und meditativen Bewegungstherapien wie Tai Chi oder Yoga oder mit Entspannungs- und Psychotherapie-Verfahren.

Das ergibt sich aus den Empfehlungen in den neuen Leitlinien zur Behandlung dieser Erkrankung des Bewegungsapparats, auf die der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Wiesbaden hinweist.

Kombi Bewegung und Entspannung

Medikamente sollten demnach nur bei einem schweren Verlauf und auch nur zeitweise eingesetzt werden. Starke opioidhaltige Schmerzmittel werden gar nicht empfohlen, weil sie nur selten auf Dauer nutzen und meist unerwünschte Nebenwirkungen haben. Patienten sollten zum zwei- bis dreimal pro Woche für jeweils 30 Minuten zum Beispiel schnell Spazierengehen, walken oder Radfahren. Offenbar tue vielen Betroffenen die Kombination aus bewusster Bewegung und Entspannung gut, erläutert Ludwig Kalthoff, BDRh-Vorstandsmitglied.

Für die Leitlinie werteten Ärzte, Wissenschaftler und Patientenvertreter alle verfügbaren, qualitativ brauchbaren Therapiestudien aus und sprachen daraufhin Behandlungsempfehlungen aus. Schätzungsweise vier Prozent der Bevölkerung in den Industrienationen sind von Fibromyalgie betroffen, vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren.

Typische Anzeichen sind anhaltende Schmerzen unter anderem im Nacken, Bauch oder Gelenken, manchmal auch Schlafstörungen, Reizmagen und sowie psychische Beschwerden wie Ängste.

Das ist Fibromyalgie

Definition laut Wikipedia: „Die Fibromyalgie ist eine schwere chronische, nicht heilbare Erkrankung, die durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und Rückenschmerzen und auch Druckschmerzempfindlichkeit (dazu weiteres unter Diagnose) sowie Begleitsymptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungen von Händen, Füßen und Gesicht und viele weitere Beschwerden charakterisiert ist. Sie ist nicht mit dem Begriff ,Weichteilrheumatismus‘ gleichzusetzen.“

Die Bezeichnung Fibromyalgie ist eine dreiteilige Zusammensetzung aus dem lateinischen Wort „fibra“ für „Faser“ und den griechischen Wörtern für „Muskel“ und „Schmerz“. Die veraltete Bezeichnung lautet Generalisierte Tendomyopathie (GTM).

(dpa/tmn/Wikipedia)

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