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FIFA erlaubt erstmals Fußballer mit Unterschenkel-Prothese

Der österreichische Kreisliga-Fußballer Martin Hofbauer hat ein bahnbrechendes Urteil erkämpft.

Msrtin Hofbauer

Msrtin Hofbauer (Foto: privat)

Ein österreichische Kreisligaspieler darf als weltweit erster Fußballer mit einer Unterschenkel-Prothese für seinen Amateur-Club spielen und an „sämtlichen Bewerbsspielen“ teilnehmen.

Damit hat der Hobby-Kicker aus Österreich erreicht, was vor ihm der 400-Meter-Läufer Oscar Pistorius für die Leichtathlethik erkämpft hatte: Als Sportler mit Behinderung gegen Sportler ohne Behinderung antreten zu dürfen. Die FIFA bestätigte am Samstag entsprechende Medienberichte aus Österreich und vom Magazin „Focus“.

FIFA-Chefarzt Jiri Dvorak habe „in Rücksprache mit der medizinischen Kommission und dem technischen Team des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) dem Antrag von Martin Hofbauer stattgegeben“, hieß es vom Weltverband.

Amputation nach Krebserkrankung

Der 20 Jahre alten Hobby-Fußballer musste sich im November 2011 nach einer Krebserkrankung amputieren lassen. „Als ich die Nachricht bekam, habe ich geglaubt, mein Leben sei zu Ende. Dass ich nie wieder Fußball spielen kann, hat mich am meisten beunruhigt“, erinnert er sich. „Die Nacht vor der Operation, als mir klar war, dass ich den rechten Unterschenkel verlieren werde, war die schlimmste Nacht meines Lebens.“

Zwei Monate später trug er erstmals seine Prothese und wollte unbedingt wieder seinen seinen Lieblingssport betreiben: „Ich habe immer daran geglaubt, dass es klappen wird. Zweifel kenne ich nicht, ich denke immer positiv“, sagte er der „Kleinen Zeitung“ in Österreich.

Hofbauer spielt in der 1. Klasse Ost B für den UFC Miesenbach. Nach seiner Krankheit wurde über den steirischen Landesverband beim österreichischem Fußball-Verband um Spielgenehmigung angefragt.

Schon bisher heimlich mit Prothese gekickt

Dieser wiederum wandte sich an die FIFA. Die Genehmigung wurde mit der Auflage erteilt, dass durch die Prothese keine Eigen- und Fremdgefährdung vorliegt. Der Referee muss die Prothese vor Spielbeginn überprüfen.

Eine Premiere wird das erste offizielle Spiel mit Prothese für den Landmaschinentechniker aus Gschaid aber nicht. Schon zuvor war er mit künstlichem Unterschenkel am Ball. „ „Ich renne und grätsche wie jeder andere Fußballer mit zwei Füßen. Gemerkt hat es niemand. Weder Zuschauer, Gegenspieler, noch Schiedsrichter“, berichtete der Mechanikerlehrling.

Für Menschen mit ähnlichem Schicksal hofft er nun ein Vorbild zu sein. „Ich freue mich, wenn ich mit meinem Fall Vorreiter für alle Fußballer mit Behinderung werden würde“, sagte er dem „Focus“.

ROLLINGPLANET empfieht Hofbauer, nicht zu viele Tore zu schießen. Sonst gibt’s demnächst noch wie bei Pistorius eine Technik-Doping-Debatte.

(RP/dpa)


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