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Finale um die Deutsche Meisterschaft: Mainhatten Skywheelers erwarten RSV Lahn-Dill zu Spiel eins

Im Rollstuhlbasketball kommt der Titelträger 2013 garantiert aus Hessen.

Beide Teams werden sich nichts schenken, Szene aus der Hauptrunde mit dem fliegenden Joe Bestwick (RSV Lahn-Dill) sowie (v.l.) Björn Lohmann, Michael Paye und Benjamin Lenatz (Foto: Armin Diekmann)

Beide Teams werden sich nichts schenken, Szene aus der Hauptrunde mit dem fliegenden Joe Bestwick (RSV Lahn-Dill) sowie (v.l.) Björn Lohmann, Michael Paye
und Benjamin Lenatz (Foto: Armin Diekmann)

Ab Samstag stehen/sitzen im ersten Spiel des Finales um die Deutsche Rollstuhlbasketball-Meisterschaft zwei Teams, mit denen man vor der Saison nicht unbedingt gerechnet hatte: Die Mainhatten Skywheelers, deren besten Zeiten schon ein wenig zurückliegen, und der RSV-Lahn-Dill.

Der Titelverteidiger aus Wetzlar ist zwar amtierender Meister und seit Jahren das Aushängeschild des deutschen Rollstuhlbasketballs. Doch der im vergangenen Sommer nach dem Abgang des langjährigen Kapitäns Joey Johnson neuformierten jungen Mannschaft (mit den Routiniers Michael Paye und Joe Bestwick) trauten nicht alle zwingend das Finale zu, das in einem „best of three“-Modus ausgespielt wird. Die Mannschaft, die zuerst zwei Mal siegt, ist deutscher Meister 2013.

Das Drehbuch

Spiel Nummer eins dieser mit Spannung erwarteten rein hessischen Endspielserie – mit zehn deutschen Nationalspielern – steigt am Samstag (6.4.2013) um 17 Uhr in der Frankfurter Franz-Böhm-Sporthalle im Stadtteil Ginnheim.

Das zweite Aufeinandertreffen folgt eine Woche später am Samstag (13.4.2013) um 19:30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle. Sollte es nach diesen beiden Partien nach Siegen eins zu eins stehen, käme es keine 24 Stunden später am Sonntag, den 14. April, um 16 Uhr zum dann alles entscheidenden dritten und letzten Endspiel.

Die Mainhatten Skywheelers hatten im Halbfinale überraschend RSC-Rollis Zwickau ausgeschaltet, Lahn-Dill setzte sich gegen RSB Team Thüringen durch (ROLLINGPLANET berichtete: Erbarmen, die Hessen kommen und machen es unter sich aus).

“Mission 10“

Nach dem Sieg im DRS-Pokal gegen den gleichen Konkurrenten vor knapp zwei Wochen im niedersächsischen Hannover, möchte der Favorit RSV Lahn-Dill nur zu gerne auch in der Meisterschaft das bessere Ende für sich beanspruchen. Die Fans der Wetzlarer Rollis haben daher diese Serie, in Anlehnung an den möglichen zehnten nationalen Meistertitel, unter das Motto „Mission 10“ gestellt.

Bevor es jedoch soweit kommen könnte, „müssen wir hoch konzentriert zu Werke gehen“, fordert RSV-Trainer Nicolai Zeltinger von seiner Mannschaft und erwartet, dass die Frankfurter auf Revanche sinnen und insbesondere in eigener Halle vehement ihre durchaus realistische Chance suchen werden: „Uns erwartet ein ganz heißer Tanz am Samstag, das muss uns allen klar sein“.

Stets emotionale Hessenderbys

Damit bezieht sich der 41-jährige Trainer auf die stets emotional geladenen Hessenderbys der Vergangenheit. „Die Spielweise der Skywheelers ist hoch intensiv, dies ist für uns Gefahr aber auch Chance zugleich“, weiß Zeltinger die Situation vor Endspiel Nummer eins richtig einzuschätzen.

Das Frankfurter Spiel wird dabei vor allem durch das pfeilschnelle Trio Andreas Kress, Lars Lehmann und Sebastian Magenheim getragen, das perfekt durch Center Sebastian Wolk, den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, ergänzt wird.

Wieder etwas für die Geschichtsbücher?

Bereits in der Hauptrunde schenkten sich die beiden hessischen Teams nichts in den beiden Partien. In der Mainmetropole behielt der RSV Anfang November 2012 in einem stets engen Spiel knapp mit 52:47 die Oberhand, ehe das Rückspiel im Januar dieses Jahres in die Geschichtsbücher des deutschen Oberhauses eingehen sollte.

Hier lag der RSV Lahn-Dill in Halbzeit eins in eigener Halle bereits mit 7:31 in Rückstand, ehe der neunmalige Meister die Partie vor über 1.000 Zuschauern noch spektakulär drehen konnte.

Frankfurt will Paye stoppen

Michael Paye ist der überragende RSV-Spieler (Foto: RSV Lahn-Dill)

Michael Paye ist der in dieser Saison überragende RSV-Spieler (Foto: RSV Lahn-Dill)

„Das war ein wirklich verrücktes Spiel, das Brisanz und Potenzial dieses traditionsreichen Hessenderbys noch einmal unterstreicht“, freut sich auch RSV-Kapitän Paye auf die bevorstehende Playoff-Finalserie.

Paye ist der Mann, den die Frankfurter in den Griff kriegen wollen: „Er führt sein junges Team mit Bravour. Er ist der Kopf des Wetzlarer Teams, der alle Fäden im Spiel zieht. Wenn es uns gelingt, ihn in seinen Aktionen einzuschränken und unser gefährliches Team- und Tempospiel durchzuziehen, wird es eine offene Endspielserie.“

In bisher 33 Pflichtspielen gegeneinander triumphierten die Wetzlarer Rollis 24 mal. In einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft standen sich beide Teams noch nie gegenüber. Die Frankfurter gewannen bereits drei Titel in den Jahren 1980, 1983 und 1994 (mit den Urgesteinen Wolfgang Hollhorst, Otto Albrecht, Horst Rödig und Rainer Velte), ehe der RSV Lahn-Dill 1998 die erste seiner bisher neun Meisterschaften an die Lahn holte.

(aj/ak/RP)


Mainhatten Skywheelers verlieren das Spiel 1 um die Deutsche Meisterschaft 2013 mit 53:63 gegen RSV Lahn-Dill. Ausführlicher Bericht folgt.


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