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Florian Leutheuser wechselt sich aus. Will er jetzt Schnecken züchten?

Rollstuhlbasketball: Einer der erfolgreichsten Trainer Deutschlands ist erst 27 Jahre alt und hört nun auf. Das BWL-Studium ruft.

Florian Leutheuser (Foto: Mediashots Werbefotografie)

Immer nur zu feiern scheint doch nicht alles zu sein: Florian Leutheuser, Co-Trainer des Deutschen Meisters und Champions-League-Gewinners RSV Lahn-Dill, verlässt nach 22 Titeln die Kommandobrücke und wird sich zukünftig seiner beruflichen Karriere widmen.

Leutheuser ist einer der erfolgreichsten Trainer in Deutschland. Seit 2002 und damit fast ein Jahrzehnt lang war er ein fester Bestandteil des Abonnementsiegers der Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Der RSV Lahn-Dill sammelte in dieser Zeit jeweils acht deutsche Meisterschaften und Pokalsiege. Außerdem war „Flo“, wie er gerufen wird, als jüngster Assistenztrainer der Liga an fünf Champions-League-Titeln und dem Weltpokalsieg beteiligt.

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Der 27-jährige studiert BWL (Betriebswirtschaftslehre) mit den Schwerpunkten Personalwesen und wirtschaftliches Gesundheitswesen. Er möchte sich ab sofort seiner beruflichen Zukunft widmen, wo er sich im Krankenhausmanagement sieht, und hört auch „aus privaten Gründen“ auf, wie der Verein mitteilt. Was bedeutet das? Eine Blondine? Will Leutheuser künftig Schnecken züchten? Die investigative Sportredaktion von ROLLINGPLANET hat versagt und nicht nachgefragt.

Wie auch immer: „Es wäre gegenüber der Mannschaft nicht fair, wenn ich meine Tätigkeit nur noch halbherzig ausübe. Zudem ist mit dem großen Umbruch und dem Triple in der letzten Saison ein guter Zeitpunkt gekommen, meine Trainerkarriere zu beenden“, so Leutheuser.

Über seine Zeit beim RSV blickt der gebürtige Wetzlarer mit vielen Emotionen zurück. „Die vergangenen zehn Jahre beim RSV gehören zu den schönsten Erlebnissen, die ich bisher machen durfte. Der RSV steht nicht nur für sportlichen Erfolg, sondern auch für ein Gebilde mit Zusammenhalt, Freundschaft und einem familiären Umfeld. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Dies ist auf keinen Fall eine Entscheidung gegen den RSV, sondern für einen neuen Lebensabschnitt“, sagt Leutheuser in gekonntem BWL-Deutsch.

Der Nachfolger ist schon da

„Flo und der RSV waren in den letzten zehn Jahren immer in einem Atemzug zu nennen, daher sind wir menschlich natürlich sehr traurig. Dennoch ist die berufliche Perspektive natürlich elementar wichtig, ihr gehört unser allergrößter Respekt“, so RSV-Manager Andreas Joneck.

Cheftrainer Nicolai Zeltinger wird aber auch künftig nicht die Hütchen aufstellen müssen: Bereits im April wurde der 48-jährige Ralf Neumann als Co-Coach verpflichtet. (ROLLINGPLANET berichtete: Der Neu(e)mann ist da: Frauen reizen ihn nicht mehr)

(aj)

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