Folgeschäden durch Contergan: Betroffene gesucht

Um mehr über die Spätfolgen von Thalidomid zu erfahren, sucht die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik 50 weitere Studienteilnehmer.

Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht/Köln (Pressefoto)

Um den aktuellen Behandlungs- und Versorgungsbedarf von Contergangeschädigten in Nordrhein-Westfalen zu erfassen, führt die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht/Köln seit September 2011 eine Studie durch (als Forschungsauftrag des Gesundheitsministerium NRW). 200 von insgesamt 800 in Nordrhein-Westfalen lebende Contergangeschädigte sollen ausführlich medizinisch und psychologisch untersucht werden. Aktuell fehlen der Rhein-Sieg-Klinik allerdings noch 50 Teilnehmer, um ihre Vertragspflichten erfüllen zu können.

Selbstbestimmtes Älterwerden ermöglichen

Ihre Behinderungen kompensieren Contergangeschädigte, indem sie sich Bewegungsabläufe antrainieren, die sie im Alltag entlasten. Durch diese neuen Belastungen aber treten weitere, noch nicht erfasste Folgeschäden auf, die viele Betroffene dazu zwingen, frühzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden. Die Rhein-Sieg-Klinik behandelt seit über zehn Jahren Contergangeschädigte und steht eigenen Aussagen zufolge in regem Kontakt zum Interessenverband Contergangeschädigter NRW. Ziel der Studie, die spätestens in 24 Monaten erscheinen soll, sei die Entwicklung verallgemeinerbarer Behandlungsempfehlungen für Contergangeschädigte. Ihnen soll künftig ein selbstbestimmtes Älterwerden ermöglicht werden.

Die Untersuchungen beanspruchen durchschnittlich drei bis vier Stunden einschließlich einer Kaffee- und Mittagspause. Für gehörlose Teilnehmer kann bei Bedarf ein Gebärden-Dolmetscher organisiert werden. Hunde sind nach vorheriger Absprache als Begleitung erlaubt, anfallende Fahrtkosten werden erstattet. Merkwürdigerweise wurden allerdings sonstige finanzielle Leistungen nicht genannt – merkwürdigerweise deshalb, weil ROLLINGPLANET annimmt, dass die Klinik ihren Forschungsauftrag nicht nur aus Nächstenliebe macht.

Interessenten wenden sich an das Sekretariat von Prof. Dr. Klaus M. Peters: Telefon 0 22 93/92 06 03 oder [email protected]

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