Forscher entwickeln Navi für Blinde und Sehbehinderte

Das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt hat ein Volumen von rund 2,1 Millionen Euro.

Unternehmer und Sponsor Stefan Quandt, Prof. Holger Hanselka und Prof. Rainer Stiefelhagen bestaunen eine Testperson. (Foto: Lydia Albrecht/KIT)

Unternehmer und Sponsor Stefan Quandt, Prof. Holger Hanselka und Prof. Rainer Stiefelhagen bestaunen eine Testperson. (Foto: Lydia Albrecht/KIT)

Forscher rund um das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wollen eine Art Navigationssystem für Blinde und Sehbehinderte entwickeln. Dabei soll ein mobiles Endgerät wie zum Beispiel ein Smartphone mit einer auf Brusthöhe angebrachten Kamera kombiniert werden. Diese Kamera erfasse dann die Situation – Schilder, Absperrungen, Personen – direkt vor dem Nutzer und schicke sie zur Auswertung an das Mobiltelefon, teilte das KIT am Mittwoch mit. Eine mobile Zeile in Blindenschrift soll dazu weitere Informationen liefern.

Im Laufe des Projektes sollen verschiedene Funktionen getestet werden, um dem Blinden sozusagen das „Sehen“ zu erleichtern: beispielsweise Vibrationen, sobald ein Hindernis gesichtet wird. „Die Frage ist ja, wie der Benutzer Hindernisse erkennt“, erklärte Rainer Stiefelhagen, Leiter des Studienzentrums für Sehgeschädigte (SZS) am KIT. Das dürfe nicht nur über Sprachfunktionen laufen. „Der Endnutzer kann kein Gerät gebrauchen, das ihm nur die Ohren vollquatscht.“

Das Assistenzsystem wird von verschiedenen Forschungseinrichtungen des KIT entwickelt sowie zwei privaten Partnern. Als Verbundprojekt „Terrain“ wollen sie ein erstes Basissystem schon Ende 2017 testen. Das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt hat ein Volumen von rund 2,1 Millionen Euro und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert.

(RP/dpa/lsw)

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