Forscher reduzieren Nebenwirkungen von Rheuma-Mittel Indomethacin

Bisher noch nicht in der Pharmazie genutzt: Wirkstoff mit sogenanntem Borcluster-Molekül abgeändert.

Symbolfoto: Tabletten (Foto: PeterFranz/pixelio.de)

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Um die Nebenwirkungen des Rheuma-Medikaments Indomethacin zu lindern, haben Forscher der Universität Leipzig und der Vanderbilt University in Nashville (USA) den Wirkstoff gezielt chemisch verändert. In der Folge hemmt dieser nur die krankhafte Form des Enzyms, während die andere Form, die wichtige physiologische Prozesse im Körper steuert, kaum beeinflusst wird.

Konkret führt das Enzym Cyclooxygenase nicht nur zu Entzündungsprozessen und Schmerzentwicklung, sondern es ist auch in vielen anderen physiologischen Prozessen involviert. „Während die erste Form ständig in nahezu allen Geweben des Körpers existiert, wird die zweite Form meist erst durch Signalstoffe bei Veränderungen im Körper aktiviert. Sie bewirkt Entzündungsprozesse und Schmerzen und wird deshalb als pathologische Form bezeichnet, das heißt sie ist vorrangig mit Krankheiten, darunter auch der Entstehung von Krebs, assoziiert“, erklärt die Leipziger Forscherin Wilma Neumann.

Medikamente, die beide Formen hemmen, weisen oft Nebenwirkungen auf, da die Funktionstüchtigkeit der ersten Form essenziell für die Gesunderhaltung des Körpers ist. „Um die Nebenwirkungen zu verringern, haben wir einen Inhibitor entwickelt, der nur die pathologische Form hemmt“, ergänzt Evamarie Hey-Hawkins. Indomethacin wurde mit einem Borcluster verändert, ein Molekül das aus Bor-, Wasserstoff- und Kohlenstoff-Atomen aufgebaut ist. In dem Projekt konnte damit auch das Potenzial von Borclustern, die bisher in der Pharmazie noch keine Anwendung finden, zur Wirkstoff-Entwicklung demonstriert werden.

(RP/pte)

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