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Frankfurter Dialogmuseum in finanzieller Schieflage

Besucher sollen sich in die Welt von sehbehinderten Menschen hinein versetzen können – und müssen dafür nun deutlich mehr Geld bezahlen. Die Direktorin kritisiert die Stadt Frankfurt.

Das Restaurant „Taste of Darkness“ muss umziehen (Foto: http://newsite.dialogmuseum.de)

Gestiegene Personalkosten und ausbleibende Umsätze in der Gastronomie haben das Frankfurter Dialogmuseum in eine finanzielle Schieflage gebracht. Im Jahr 2012 habe das Museum bei einem Umsatz von rund 1,5 Millionen Euro ein Minus von rund 80.000 Euro gemacht, sagte Geschäftsführerin Klara Kletzka am Montag. Um aus den roten Zahlen zu kommen, müsse das Museum vier Angestellte entlassen. Zudem kündigte Kletzka ab Februar deutliche Preiserhöhungen für den Eintritt ins Museum an.

Als Grund für die Misere führte Kletzka vor allem die Arbeitsmarktreformen an. So würden einige Förderprojekte nicht mehr greifen, wodurch viele Mitarbeiter teurer in der Anstellung seien. Versprochene Fördermaßnahmen der Stadt Frankfurt seien zudem verschoben worden und kämen für den Erhalt des Museums in seiner jetzigen Form somit zu spät, bemängelte Kletzka. Generell biete die Stadt Frankfurt weniger Fördermöglichkeiten als etwa der Main-Taunus-Kreis.

Café und Kasino müssen geschlossen werden

Das Frankfurter Dialogmuseum bietet seit 2005 Alltagserlebnisse im Dunkeln an, damit Besucher sich in die Welt von sehbehinderten Menschen hinein versetzen können. Viele der derzeit etwa 30 Mitarbeiter sind selbst sehbehindert.

Die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ soll von den Sparmaßnahmen nicht betroffen sein, kündigte Kletzka an. Geschlossen werden muss demnach das Café und das Kasino. Für das äußerst beliebte Restaurant „Taste of Darkness“ müssten zudem andere Räumlichkeiten gefunden werden. Dadurch könne das „Dinner im Dunklen“ zwischenzeitlich womöglich nicht angeboten werden.

(dapd)

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