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Frankfurter Mannschaft des Jahres verliert gegen krassen Außenseiter

Rollstuhlbasketball-Bundesliga: Nach der Hinrunde ist der Kampf um die Play-offs spannender denn je.

Mit dem RSV Lahn-Dill Herbstmeister: Steve Serio: (l.) gegen den Kölner Edwin Schalkx (r.) (Foto: Armin Diekmann)

Mit dem RSV Lahn-Dill Herbstmeister: Steve Serio: (l.) gegen den Kölner Edwin Schalkx (r.) (Foto: Armin Diekmann)

Titelverteidiger RSV Lahn-Dill hat sich mit einer weißen Weste die Herbstmeisterschaft in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga gesichert. Am neunten und letzten Spieltag der Hinrunde in der RBBL siegten die Mittelhessen am Samstag mit 92:65 verdient bei den Köln 99ers und bleiben damit weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Da half es den Gastgebern – die ihren Auftritt nutzten, um zu Spenden für die Taifun-Opfer auf den Philippinen aufzurufen – auch nicht, dass Benjamin Lenatz an diesem Tag sein bisher wohl bestes Spiel für die Rheinländer absolvierte.

Diana Dadzite führt Regie gegen ihre Ex-Mannschaft

Lahn-Dill-Verfolger Zwickau hingegen musste am letzten Spieltag der Hinrunde überraschend Federn lassen – in einem denkwürdigen Spiel in Trier. Den körperlich in der Größe klar überlegenen Muldestädtern begegnete die Heimmannschaft um Spielertrainer Dirk Passiwan in der Defensive mit klugem Stellungsspiel und Reboundstärke. Viele der Dolphins-Anhänger rieben sich nach dem dritten Spielviertel verwundert die Augen, als der Außenseiter erstmals zweistellig (62:50) führte.

Am Boden und dennoch obenauf: Dirk Passiwan (Foto: Sandra Wagner)

Am Boden und dennoch obenauf: Dirk Passiwan (Foto: Sandra Wagner)

Der 83-73-Sieg wurde von 400 Zuschauern frenetisch gefeiert. Bei den Siegern war einmal mehr Passiwan der entscheidende Mann (39 Punkte, 14 Rebounds), unterstützt vom glänzend aufgelegten Neuzugang Diana Dadzite (18 Punkte und inteliigenter Spielaufbau) – die vormals bei den Sachsen gespielt hatte. Auf Zwickauer Seite überzeugten der britische Nationalspieler Ghaz Choudry (30 Punkte) und der US-Amerikaner Joe Chambers (17 Punkte) am meisten. Goldmann Dolphins steht nun erstmals auf einem Play-off-Platz 4 in der Tabelle.

Skywheelers sind immer noch nicht in der Gegenwart angekommen

Überraschung auch in Frankfurt in Main. Dort ist man offensichtlich immer noch benebelt vom Erfolg der vergangenen Saison (Vizemeisterschaft) und der aktuellen Auszeichnung als Mannschaft des Jahres in Hessens größter Stadt. Von den Lorbeeren berauscht, hat man, wie es hinter vorgehaltener Hand heißt, das Training schleifen lassen.

Vor eigenem Publikum endete für Mainhatten Skywheelers die durchwachsene Hinrunde mit einer Niederlage. Die Hessen mit den Nationalspielern Sebastian Wolk (18 Punkte), Sebastian Magenheim (14 Punkte) und Lars Lehmann (19 Punkte) verloren gegen die ansonsten wenig gefürchteten Roller Bulls St. Vith mit 67:73. Vor allem in der ersten Halbzeit verspielten die Gastgeber nahezu alle Möglichkeiten, einen Heimsieg einzufahren. Bis zur Pause hatten sich die Gäste aus Belgien mit einem starken Lorenzo Boterberg (20 Punkte, 16 direkte Korbvorlagen) einen geradezu sensationellen 25:40-Vorsprung herausgespielt.

Hamburg wieder im Rennen

„Unsere Trefferquote war heute katastrophal. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und den Gegner dazu eingeladen, leichte Punkte zu erzielen“, so der enttäuschte Skywheelers-Manager Pierre Fontaine nach dem Schlusspfiff. Mit 38 Prozent Wurfquote aus dem Feld sowie fünf Fehlversuchen jenseits der 6.75m-Linie blieben die Frankfurter unter ihren Möglichkeiten – gegen eine Mannschaft, die im Abstiegskampf der RBBL steckt.

Eine weitere Überraschung legten die in dieser Saison stark verstärkten Hamburger unter Kulttrainer Holger Glinicki hin, die sich auswärts in einem dramatischen Spiel gegen den Play-off-Mitfavoriten Oettinger RSB Team mit 79:75 durchsetzten. Für die Rückrunde (die bereits am nächsten Wochenende beginnt) verspricht das viel Spannung – das Rennen um die vier Finalisten ist noch völlig offen. So gut wie sicher ist nur das: Lahn-Dill ist bei den Top 4 dabei und Hannover United mit Beau Tan Caglar kann sich nach der 65-78-Heimniederlage gegen Mitabstiegskandidaten SGK Heidelberg schon einmal eine Lampe für den Keller kaufen.

(RP/PM)

Ergebnisse des 9. Spieltages

30.11./1.12.2013

Mainhatten Skywheelers – Roller Bulls: 63:72
Goldmann Dolphins Trier – RSC Rollis Zwickau: 83:73
Oettinger RSB Team – BG Baskets Hamburg: 75:79
Köln 99ers – RSV Lahn-Dill: 65:92
Hannover United – SGK Heidelberg: 65:78

Tabelle nach der Hinrunde

1. RSV Lahn-Dill 18:0 (+ 289)
2. RSC Rollis Zwickau 14:4 (+ 74)
3. Oettinger RSB Team 12:6 (+ 123)
4. Goldmann Dolphins Trier 10 : 8 (+ 88)
5. BG Baskets Hamburg 10:8 (+ 27)
6. Mainhatten Skywheelers 8:10 (+ 15)
7. Köln 99ers 8:10 (-49)
8. Roller Bulls 6:12 (-165)
9. Rolling Chocolate Heidelberg 4:14 (-130)
10. Hannover United 0:18 (-272)

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