Frankreich beschließt Gesetz gegen Mager-Models

Bei Verstoß drohen sechs Monate Gefängnis und 75.000 Euro Strafe.

Ihr Tod war in der ganzen Welt eine Nachricht: Vor fünf Jahren starb Isabelle Caro. Das Model wurde 2007 international bekannt, als es sich von Starfotograf Oliviero Toscani für die Anti-Magersucht-Kampagne „No Anorexia“ fotografieren ließ.

Ihr Tod war in der ganzen Welt eine Nachricht: Vor fünf Jahren starb Isabelle Caro. Das Model wurde 2007 international bekannt, als es sich von Starfotograf Oliviero Toscani für die Anti-Magersucht-Kampagne „No Anorexia“ fotografieren ließ.

Zu magere Models sollen in Frankreich künftig nicht mehr auf den Laufsteg. Das Parlament beschloss am Donnerstag endgültig ein Gesetz, das gefährliches Untergewicht bei Mannequins verhindern soll. Die Pariser Nationalversammlung nahm die Regelung als Teil einer umstrittenen Gesundheitsreform an. Um auf französischen Modeschauen oder bei Foto-Shootings arbeiten zu können, brauchen Models künftig eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist. Zentraler Faktor ist dabei der Body-Mass-Index – die genauen Kriterien müssen noch von einer Fachbehörde festgelegt werden.

Wer Models ohne Bescheinigung beschäftigt, dem drohen sechs Monate Gefängnis und 75.000 Euro Strafe. Die Regelung ist weniger strikt als das ursprünglich geplante Verbot, das die Abgeordneten in der ersten Lesung im Frühjahr beschlossen hatten. Demnach hätte die Behörde einen Mindest-Body-Mass-Index festgelegt. Model-Agenturen hatten damals kritisiert, es sei falsch, Magersucht als seelisch bedingte Krankheit und Schlankheit von Models zu vermischen. Der Body-Mass-Index setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße.

Ein Verbot von Magermodels gibt es bereits in Israel. Italien einigte sich mit den Modeverbänden 2006 auf eine Grundsatzerklärung gegen Magersucht. Auch in anderen europäischen Ländern wird das Problem immer wieder diskutiert. Oft gibt es Selbstverpflichtungen von Verbänden oder Designern, auf Mager-Models zu verzichten.

(dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

  • Gaby Burk-Pöhlmann

    So mager sieht doch aus als ob sie krank wäre.

    18. Dezember 2015 at 07:28
  • Heide Frirdich

    Magersucht ist eine Krankheit!

    18. Dezember 2015 at 12:23

KOMMENTAR SCHREIBEN