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Frauen ab 65: Wenn der Griff zur Tablette gefährlich wird

Seniorinnen bekommen deutlich häufiger als gleichaltrige Männer Tabletten oder Tropfen verordnet, die gefährliche Neben- oder Wechselwirkungen hervorrufen können. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK).

Hamburg (ots) – So erhielten im Schnitt vier von zehn Seniorinnen ein für ihre Altersgruppe potenziell gefährliches Arzneimittel. Bei Männern sind es etwa drei von zehn Senioren. Der Anteil kritischer Medikamente beträgt bei Frauen ab 65 Jahren 4,9 Prozent – und ist damit rund ein Drittel höher als bei Männern (3,7 Prozent). Bei den potenziell gefährlichen Medikamenten handelt es sich um insgesamt 83 Arzneimittelwirkstoffe, die in der so genannten „Priscus-Liste“ verzeichnet sind und für ältere Menschen nur eingeschränkt zu empfehlen sind.

Für ihre Analyse hat die TK aktuelle Daten ihres Arzneimittelkontoauszug-Service TK-ViA (Versicherteninformation Arzneimittel) ausgewertet, der seit Januar 2011 auch auf „Priscus-Medikamente“ hinweist. Ähnlich einem Bankkontoauszug listet TK-ViA alle Arzneimittel auf, die in den vorangegangenen 24 Monaten in der Apotheke auf Kassenrezept bezogen wurden. Bestellt ein über 65 Jahre alter Versicherter TK-ViA und enthält seine Übersicht ein „Priscus-Präparat“, wird die entsprechende Verordnungszeile fett hervorgehoben. In einem Begleitbrief informiert die TK zum Thema.

„Mit dem Hinweis auf Medikamente der so genannten Priscus-Liste wollen wir die Therapiesicherheit erhöhen. Patienten, die ein entsprechendes Medikament erhalten, sollten es jedoch auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, sondern stattdessen die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen“, rät Thomas Widmann, Arzneimittelexperte und Fachreferatsleiter Arzneimittel bei der TK. Bei Fragen können sich die Versicherten zudem von Medizinern des TK-Ärztezentrums beraten lassen.

Die „Priscus-Liste“ haben Wissenschaftler im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstmalig für Deutschland erstellt, um die Arzneimitteltherapie von älteren Patienten sicherer zu machen. Sie enthält unter anderem Medikamente gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzmittel. Neben der Übersicht über die Wirkstoffe erläutert die „Priscus-Liste“ die Risiken dieser Medikamente sowie mögliche Therapiealternativen. Die aktuelle Priscus-Liste ist online abrufbar unter www.priscus.net. TK-Versicherte, die einen persönlichen Arzneimittelkontoauszug erhalten möchten, können den Auszug telefonisch oder im Internet unter www.tk.de bestellen.

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