Freie Fahrt für Googles Blinden-Auto

Erstmals wurde einem Auto die Zulassung erteilt, das ohne sehenden Fahrer den richtigen Weg findet.

Ein Toyota Prius dieser Art wurde von Google umgebaut (Foto: Toyota)

Können bald alle Blinden und Schwerbehinderten Auto fahren? fragte ROLLINGPLANET vor einem Monat und zitierte Alberto Broggi, Leiter des Artificial Vision and Intelligent Systems Laboratory der Universität Parma (VisLab): “Ich denke, dass (autonom fahrende) Autos 2020 schon auf Autobahnen oder eigenen Fahrspuren unterwegs sein werden. Bis die Systeme für den Stadtverkehr gerüstet sind, wird es wohl etwas länger, vielleicht bis 2025, dauern.”

Gestern riet der blinde ROLLINGPLANET-Autor Domingos de Oliveira sehbehinderten Existenzgründern: „Man muss sich als Blinder bewusst sein, dass man für viele Aufgaben länger braucht als ein Sehender. Mit dem Auto schnell irgendwo hinfahren geht nicht.“

Weltpremiere im US-Bundesstaat Nevada

Das könnte sich schneller als erwartet ändern. Es scheint so, dass die Vision sehr viel eher als 2020 Realität wird: Soeben hat Nevada dem neu entwickelten Blinden-Pkw des Internetgiganten Google die Zulassung erteilt. Das Hightech-Fahrzeug darf jetzt ganz normal auf öffentlichen Straßen fahren. Die Erlaubnis gilt zunächst testweise für den westlichen US-Bundesstaat, der flächenmäßig 80 Prozent der Größe von Deutschland hat.

Das Fahrzeug steuert sich selbst, mit Hilfe von Videokameras, Radar, Lasern und einem Navigationssystem. Der blinde Autofahrer Steve Mashan ist begeistert: „Freihändig! Und ohne Füße! Das ist die beste Fahrt meines Lebens!“

Bei dem Wagen handelt es sich um einen umgebauten Toyota Prius, der dank der Autopilot-Funktion auch knifflige Verkehrssituationen meistert.

Der Staat Nevada ermuntert Unternehmen, in die Entwicklung autonomer Autos zu investieren, um Menschen mit Behinderung wie Steve Mahan das Leben zu erleichtern. Bei Google ist das selbstfahrende Auto Chefsache: Konzerngründer Sergej Brin leitet persönlich die Projektgruppe für Zukunftstechnologien.

Wir sind aufmerksam geworden durch einen Tweet von BSVH e.V., Hamburg.

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