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Früher in der Pole-Position, jetzt in der letzten Reihe?

Baden-Württembergs Streit um Inklusion geht im Landtag weiter.

Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (Foto: dpa)

Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (Foto: dpa)

Keiner will Streit um die Integration behinderter Kinder in Schulen – gestritten wird trotzdem. Die Opposition aus CDU und FDP warnte am Mittwoch im Landtag vor Stillstand und Nichtstun bei dem Thema, während sich Grün-Rot auf dem richtigen Weg sieht.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) kündigte Eckpunkte des Kabinetts an, die eine sogenannte Inklusion „weiter Wirklichkeit werden lassen“. Schon jetzt würden in Modellregionen 1000 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet. Rund 20.000 erhielten Beratung und Unterstützung.

Der Opposition geht das Ganze nicht schnell genug. Zumal Grün-Rot kürzlich angekündigt hatte, das Gesetz zur Integration behinderter Kinder in Regelschulen zu verschieben (ROLLINGPLANET berichtete). Der Start zum Schuljahr 2014/15 sei wegen der schwierigen Verhandlungen mit den Kommunen unsicher, begründete Stoch.

Ziel bleibt Wahlrecht

Wichtiger als ein schnelles Gesetz sei ohnehin eine allgemeine Bewusstseinsänderung. Inklusion sei mehr als eine Schulgesetzänderung. Ziel bleibe ein Wahlrecht für die Eltern zwischen Sonderschulen und inklusiven Angeboten an Regelschulen. Auch sollten die Inklusions-Schüler in Zukunft normal mitgezählt werden, wie alle anderen auch.

„Baden-Württemberg war in der Pole-Position und steht jetzt in der letzten Reihe“, monierte die ehemalige Sozialministern Monika Stolz (CDU). Es brauche endlich ein Konzept, von dem Grün-Rot offenbar noch weit entfernt sei. „Es ist höchste Zeit für einen verlässlichen Rahmen“, sagte auch FDP-Bildungsexperte Timm Kern. Er appellierte an die Regierung, alle Fraktionen in die weitere Planung einzubeziehen.

(dpa/lsw)

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