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Für blinde Menschen: Düsseldorf präsentiert taktilen Stadtplan „KÖ“

Die Stadt erweitert ihr barrierfreies Angebot – auf Fingerspitzen über die Königsallee bummeln.

V.l.n.r.: Burkhard Hintzsche (Beigeordneter für Jugend, Schule, Soziales und Sport der Landeshauptstadt Düsseldorf), Gerd Kozyk (Allg. Blindenverein Düsseldorf e. V.) und Dr. Eva-Maria Illigen-Günther (Geschäftsführerin Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH) enthüllen den taktilen Stadtplan "KÖ" (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

V.l.n.r.: Burkhard Hintzsche (Beigeordneter für Jugend, Schule, Soziales und Sport der Landeshauptstadt Düsseldorf), Gerd Kozyk (Allg. Blindenverein Düsseldorf e. V.) und Dr. Eva-Maria Illigen-Günther (Geschäftsführerin Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH) enthüllen den taktilen Stadtplan „KÖ“ (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

Neben der Altstadt verfügt nun auch das Herz der Shopping-Metropole Düsseldorf – die Königsallee – über einen taktilen Stadtplan. Sehbehinderte und blinde Menschen können sich mithilfe des Bronzemodells in der Umgebung des Einkaufsboulevards orientieren und eine Vielzahl von Gebäuden ertasten.

Im Maßstab von etwa 1:1000 bildet das Modell bekannte Gebäude und Brunnen sowie markante Punkte aus der Umgebung der Königsallee ab.

Die Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH (DMT) entwarf den Inhalt und die Struktur des Stadtplans in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) und mit dem Allgemeinen Blindenverein Düsseldorf e.V. sowie dem Verein sehbehinderter Menschen. Die konkrete Umsetzung erfolgte durch die blista.

„Lebensqualität und Attraktivität“

Der Stadtplan von oben betrachtet (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

Der Stadtplan von oben betrachtet (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

„Die Königsallee steht für die Lebensqualität und Attraktivität der Rheinmetropole. Wir sind erfreut, im Rahmen unseres Engagements für einen möglichst barrierefreien Aufenthalt nun diesen weiteren Meilenstein für die sehbehinderten Gäste und Bürger der Stadt gesetzt zu haben“, erklärt DMT-Geschäftsführerin Dr. Eva-Maria Illigen-Günther. „Wirklich jeder Mensch soll Düsseldorf erkunden können und deshalb war es uns so wichtig, die Königsallee und ihre Umgebung auch für diese Zielgruppe erlebbar zu machen.“

Burkhard Hintzsche, der Beigeordnete für Jugend, Schule, Soziales und Sport, unterstützt das Projekt aus Überzeugung: „Der taktile Stadtplan ist gelebte und praktische Integration von sehbehinderten und blinden Menschen in das alltägliche Leben der Landeshauptstadt. Auch Sie können die Königsalle nun in ihrer Gesamtwirkung tastend wahrnehmen und sich orientieren.“

Das zeigt der Stadtplan

Der neue taktile Stadtplan zeigt Details der "KÖ" (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

Der neue taktile Stadtplan zeigt Details der „KÖ“ (Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH)

Der Standort des taktilen Stadtplans ist auf der östlichen Seite der Brücke an der Königsallee/Ecke Steinstraße. Der Stadtplan selbst bildet einen Bereich ab, der südlich an der Adersstraße beginnt und nördlich mit der Deutschen Oper am Rhein, dem Kö-Bogen und dem Düsseldorfer Schauspielhaus endet.

In west-östlicher Richtung schließt er das Gebiet zwischen Kasernenstraße und Berliner Allee ein. Seit 2010 steht für Sehbehinderte bereits ein taktiler Stadtplan der Altstadt auf dem Marktplatz zur Verfügung: „Neben dem Kö-Bogen sind auch die Schadow-Arkaden, die Johanneskirche sowie der Tritonenbrunnen im Miniaturformat mit vielen liebevollen Details in den Plan integriert und machen ihn für Passanten jeden Alters spannend“, erklärt Illigen-Günther.

Der Plan der Königsallee bildet neben den Sehenswürdigkeiten und Shopping-Zentren auch barrierefreie Toiletten, Zugänge zu U-Bahn-Haltestellen und zentrale Taxistandorte ab. In der beigefügten Legende wird erklärt, welche besonderen Gebäude oder Sehenswürdigkeiten mit einem Miniaturmodell dargestellt werden.

Worauf es beim taktilen Stadtplan ankommt

Ein zusätzlicher Stadtplanausschnitt gibt einen Überblick über wichtige Orientierungspunkte in der näheren Umgebung wie die Oberkasseler Brücke, den Hofgarten sowie die Altstadt und Carlstadt. Der taktile Stadtplan ist sowohl mit Blindenschrift (Brailleschrift) als auch mit ertastbaren lateinischen Buchstaben versehen.

Entsprechend den blindenspezifischen Gesichtspunkten der Gestaltung wurden Informationen reduziert, Mindestabstände eingehalten und unterschiedliche Höhenniveaus herausgearbeitet. In die Umsetzung des Projekts wurden rund 300 Arbeitsstunden investiert. Der Unterbau des bronzenen Modells der Königsallee ist aus Ibbenbürener Sandstein. Der Sockel ist fast einen Meter hoch, die Seitenflächen betragen 73 und 88 cm. Er wiegt circa 1.700 kg.

Webseite: www.duesseldorf-barrierefrei.de

(PM)

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