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Für die Vielfalt der Menschen: Am 11. Juni ist erstmals Deutscher Diversity-Tag

Barrieren beim Zugang zum Recht: „Diversity-Kompetenz hat in der Justiz noch kaum Stellenwert.“

Logo der Charta der Vielfalt zum Diversity-Tag

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Ein bunter Tag im Namen der Vielfalt: Am heutigen Dienstag (11. Juni 2013) richtet der Verein „Charta der Vielfalt e.V.“ den 1. Deutschen Diversity-Tag aus, der mit einer zentralen Veranstaltung in Berlin und bundesweiten Aktionen einem breiten Publikum zukunftsweisende Diversity-Ansätze aufzeigen will.

Aufgerufen wurden Unternehmen und Institutionen, sich für die Idee der Vielfalt auszusprechen. Diversity meint eine Vielzahl von Dimensionen wie ethnischer Hintergrund, Religion, Behinderung, Geschlechtsidentitäten, sexuelle Vielfalt, Alter oder Lebenskonzepte.

Zu den Aktionen gehört unter anderem ein Appell des Deutschen Instituts für Menschenrechte an die Justiz, mit der Vielfalt und Unterschiedlichkeiten von Menschen professionell umzugehen.. „Diversity-Kompetenz hat in der Justiz nahezu noch keinen Stellenwert“, kritisiert Beate Rudolf, Direktorin des in Berlin ansässigen Instituts.

Barrieren beim Zugang zum Recht

Die Folge davon seien Barrieren beim Zugang zum Recht. Wenn Anwaltschaft, Richterschaft, Staatsanwälte und Staatsanwältinnen kein Bewusstsein besäßen für Unterschiedlichkeiten und für die immer noch damit verbundenen Chancenungleichheiten und Ausschlussmechanismen in der Gesellschaft, könnten sie auch nicht effektiv mit den vielfältigen Parteien kommunizieren oder sie angemessen vor Gericht vertreten, so Rudolf. „Der Zugang zum Recht aber ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Menschenrechte und daher zu sichern.“

Fehlende Diversity-Kompetenz könne auch dazu führen, dass Diskriminierungen erst gar nicht erkannt werden. „Nur ein Bruchteil aller Diskriminierungsfälle gelangt in die anwaltliche Beratung und ein noch kleinerer Teil führt zu Gerichtsverfahren“, bedauert Nina Althoff, Juristin und Leiterin des Projekts „Anwaltschaft für Menschenrechte und Vielfalt“ am Institut. Deutschland sei aber menschenrechtlich zu einem effektiven Rechtsschutz gegen Diskriminierung verpflichtet.

Juristische Ausbildung soll ergänzt werden

„Die juristische Aus- und Fortbildung sollte um Diversity-Trainings und Sensibilisierungsmaßnahmen zu Ausschließungsmechanismen wie Rassismus und Sexismus ergänzt werden“, fordert Althoff. Bislang fehle ein solches Angebot weitgehend. Das Projekt „Anwaltschaft für Menschenrechte und Vielfalt“ entwickle solche Informations- und Fortbildungsmodule mit dem Ziel, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Diversity und menschenrechtsbasiertem Diskriminierungsschutz zu qualifizieren.

Langfristiges Ziel des Projekts sei es, solche Fortbildungen in die Curricula der juristischen Bildungsträger aufzunehmen. Das Projekt stützt sich auf Kooperationspartner wie das Deutsche Anwaltsinstitut (DAI), den Deutschen Anwaltverein (DAV) und die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK).

(RP/PM)

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