Für mehr barrierefreie Wohnungen: Mecklenburg-Vorpommern verschärft Bau-Vorschriften

Mehr Wohnungen als bisher müssen für Rollator- oder Rollstuhlnutzer geeignet sein.

Schwerin, Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Wikipedia/Ввласенко, CC BY 3.0)

Schwerin, Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Wikipedia/Ввласенко, CC BY 3.0)

Der Landtag hat zur Schaffung von mehr barrierefreien Wohnungen die Landesbauordnung verschärft. Künftig muss in Häusern mit mehr als zwei Wohnungen eine Etage barrierefrei erreichbar sein. Bisher war dies nur für Häuser mit mehr als sechs Wohnungen vorgeschrieben.

In den Wohnungen der barrierefreien Etage müssen die Wohn- und Schlafräume sowie Toilette, Bad, Küche und – wenn vorhanden – Balkon oder Terrasse mit Rollator oder Rollstuhl erreichbar sein. Das heißt: Es darf es keine Stufen oder Schwellen geben, die Türen müssen breit genug sein, und im Bad muss es ausreichend Bewegungsfreiheit geben. Mecklenburg-Vorpommern braucht angesichts der rapiden Alterung der Gesellschaft in den nächsten Jahren tausende barrierefreie Wohnungen für Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind.

Auch künftig bleibt es Bauhandwerksmeistern verwehrt, kleinere Gebäude wie Garagen oder Einfamilienhäuser nicht nur zu bauen, sondern auch zu planen und den Bauantrag bei den Behörden einzureichen. Die Landesregierung scheiterte mit ihrem Vorhaben, die sogenannte Kleine Bauvorlagenberechtigung für sie einzuführen. Das Handwerk kritisierte das Nein des Landtags. In vielen anderen Bundesländern gebe es diese Regelung und sie sei erfolgreich, hieß es. Der Grünen-Abgeordnete Johann-Georg Jaeger räumte ein, dass es bei der Entscheidung des Landtags auch um einen Schutz der Architekten gegangen sei.

(dpa)

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