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Für Ulrike Berger gibt es derzeit keine Inklusion

Alle auf eine: Bei der Debatte um die Weiterführung des Schulmodells Inklusion auf Rügen gibt es einen Eintrag „schlechtes Benehmen“ im Zeugnis einer Grünen-Politikerin. Berechtigt?

Unartig: Abgeordnete Ulrike Berger fällt auf, weil sie den Unterricht mit Zwischenrufen stört.

In der Debatte um den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern bilden sich überraschende Koalitionen im Schweriner Landtag. Die Bildungspolitiker der Regierungsfraktionen von SPD und CDU sowie der oppositionellen Linken wandten sich am Donnerstag in einer gemeinsamen – und ungewöhnlich scharfen und persönlich angreifenden – Erklärung gegen die Grünen.

Deren Abgeordnete Ulrike Berger hatte kritisiert, dass ein Modellprojekt auf Rügen nur unzureichend fortgeführt werde. Damit dürfte auch ihre ganz eigene Inklusion in der Bildungspolitik von Mecklenburg-Vorpommern vorerst gefährdet sein.

“Desinteresse an Sacharbeit“

Die Abgeordneten von SPD, CDU und Linke warfen Berger heute vor: „Ihr Profilierungsversuch gefährdet die Umsetzung der Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern. Politische Panikmache und offenkundiges Desinteresse an Sacharbeit, wie von Ulrike Berger vorgelebt, ist Politik auf Kosten von Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern.“ Mangelndes Interesse an Arbeit? Müssen wir die Grünenpolitikerin künftig Drückeberger nennen?

Wissen wir in diesem Fall nicht – dazu sind wir Münchner ROLLINGPLANET-Schreiber zu weit weg von Rügen. Aber das wissen wir: Auf der Insel läuft ein Modellversuch zur sogenannten Inklusion, der gemeinsamen Unterrichtung nicht behinderter und behinderter sowie lernschwacher Schüler an Grundschulen. 2014 verlassen die ersten Schüler mit dem Ende der vierten Klassen das Modellprojekt. Berger hatte darauf hingewiesen, dass eine Weiterführung des gemeinsamen Lernens auch in Klasse 5 und 6 nicht vorbereitet sei und eine Initiative des Bildungsministers gefordert.

Politiker verweisen auf Expertenkommission

Entgegen Bergers Angaben werde „selbstverständlich daran gearbeitet, Wege zu einer gemeinsamen Beschulung für die Mädchen und Jungen in Klasse 5 und 6 auf Rügen zu finden“, teilten SPD, CDU und Linke mit. Grundlage sei der Bericht der Expertenkommission zum Modellvorhaben, der erst Mitte Januar vorgestellt worden sei.

Die von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) eingesetzte Kommission hatte die schrittweise Einführung der Inklusion im ganzen Land bis 2020 empfohlen.

(dpa/RP)

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