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Gabriel García Márquez: Wie viele 100 Jahre Einsamkeit warten auf ihn?

Einer der größten lebenden Schriftsteller ist an Demenz erkrankt, wie sein Bruder mitteilte.

Gabriel Garcia Marquez (Archivfoto von 2010: dpa/Epa/Ricardo Maldonado)

Er ist ein Literatur-Titan. Er hat so großartige, wortgewaltige, politische und poetische Romane und Erzählungen verfasst wie „Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt“, „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Chronik eines angekündigten Todes“ und „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ sowie Kurzstücke wie „Die unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Eréndira und ihrer herzlosen Großmutter“.

Aber wir werden vermutlich nie wieder eine neue Zeile von ihm lesen. Gabriel José García Márquez (85) ist laut seinem Bruder dement, wie die Zeitung „El Tiempo“ berichtete. In seiner Familie sei Altersdemenz verbreitet, so Jaime García Márquez bei einem Vortrag vor jungen Leuten im kolumbianischen Cartagena. Er gehe davon aus, dass eine Krebsbehandlung im Jahr 1999 die Demenz ausgelöst habe. Gerüchte, dass sein Bruder im Sterben liege, dementierte er.

„Gabo“, wie der kolumbianische Literaturnobelpreisträger von 1982 allgemein genannt wird, rufe ihn fast täglich an, um im Gespräch „seine Erinnerungen aufzufrischen“.

Wir wissen nicht, woran sich Márquez, der in Mexiko lebt, jetzt noch erinnert. In seiner Autobiografie „Leben, um davon zu erzählen“ (2004) schrieb er: „Bis in die Adoleszenz hinein interessiert sich das Gedächtnis mehr für die Zukunft als für die Vergangenheit“.

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