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Geh-Roboter für Gelähmte: Mehr als 90 Prozent aller Rollstuhlfahrer dürfen jetzt heulen

Das Ding ist nämlich für noch weniger als zehn Prozent der Betroffenen geeignet, sagt ein Experte des Heidelberger Querschnittzentrums.

Geh-Roboter Ekso Bionics (Foto: Ekso Bionics).

Geh-Roboter Ekso Bionics (Foto: Ekso Bionics).

Alle Leser, die unseren Bericht über die Ankunft des „Ekso“-Geh-Roboters gelesen, aber die Warnungen ignoriert und deshalb schon wie ROLLINGPLANET-Redakteur Franz Schubert (Querschnittlähmung) ihren Rollstuhl verkauft haben, sollten sich überlegen, ob sie ihn nicht schnell zurückholen.

Von wegen demnächst wieder mal rasch zum Bäcker laufen oder die Treppe hoch rennen – das Heidelberger Querschnittzentrum in Schlierbach dämpft allzu große Erwartungen angesichts des neuen „Ekso“-Geh-Roboters.

Genial, aber kein Rollstuhlersatz

Dieser wird erstmals in einem deutschen Krankenhaus eingesetzt – in der Schön Klinik in Bad Aibling. Bei der Premiere gestern warnten die Ärzte, dass das Gerät nicht für alle Patienten geeignet sei. Gelähmte müssen unter anderem mindestens die Arme einsetzen können, um das Gerät zu bedienen. Schätzungen gingen teils nur von zehn Prozent der Querschnittgelähmten aus, die als Anwender in Frage kommen.

Rupp_Ruediger_140x210„Am Ende könnte es sogar auf weniger herauslaufen“, sagt nun Dr. Ing. Rüdiger Rupp (Foto) vom Querschnittzentrum der Uniklinikums Heidelberg (Abteilung Experimentelle Paraplegiologie /Neurorehabilitation).

Dort wurde das Exoskelett inzwischen auch an drei ausgewählten Patienten getestet. „Alle diese Betroffenen sagen: Es ist kein Rollstuhlersatz, eher ein Bewegungstraining“, so Rupp. Dennoch seien alle Patienten begeistert gewesen. „Ich finde das System genial, aber ich sehe noch nicht den klaren Anwendungsbereich.“

Wenn das so ist: Franz Schubert bittet den Käufer seines Rollstuhls, sich umgehend bei der Redaktion zu melden.

(RP/dpa)

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