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Geh-Roboter für Querschnittgelähmte: Ekso zielt auf den europäischen Markt – und startet in Italien

Der Hersteller aus den USA hat in London eine Niederlassung gegründet. Ein italienisches Rehabilitationszentrum ist erster Partner.

Ekso: Geh-Roboter für Rollstuhlfahrer (Pressefoto)

Ekso: Geh-Roboter für Rollstuhlfahrer (Pressefoto)

Bis Ende März 2012 sollen die ersten Exoskelette an Kliniken und Reha-Zentren in Europa geliefert werden. Dies meldet der amerikanische Hersteller Ekso Bionics. Zudem sei eine umfangreiche europaweite Studie an vier Kliniken in Deutschland, Dänemark, Spanien und der Schweiz geplant, die den gesundheitlichen Effekt auf die Patienten untersucht.

“Wir wollen, dass Querschnittgelähmte auf der ganzen Welt von den faszinierenden Möglichkeiten profitieren, die unsere Technologie ermöglicht. Nach dem erfolgreichen Start in den USA an zehn namhaften Rehabilitationszentren war der Schritt nach Europa eine logische Konsequenz”, sagt Geschäftsführer Andy Hayes.

“Überwätigendes Echo“ in London und München

“Schon bei der Präsentation Ende des letzten Jahres in London und München erlebten wir ein überwältigendes Echo und auch bei der Vorstellung des Ekso in verschiedenen Kliniken und therapeutischen Einrichtungen in ganz Europa stoßen wir auf ausgesprochen positive Resonanz. Es ist selten, dass Technologie derart Emotionen und Begeisterung weckt, gerade auch bei Ärzten und Technikern. Aber letztlich sind die Technik, die Leistung und der Nutzen für die Patienten entscheidend. Wir sind stolz, bereits die ersten Geräte an namhafte Einrichtungen verkauft zu haben.”

Die neue Niederlassung in London begründet Hayes so: “Mit unserer europäischen Niederlassung können wir die medizinischen Einrichtungen und die Patienten vor Ort optimal betreuen und unterstützen. Damit rückt die Möglichkeit für querschnittgelähmte Europäer, erstmals seit ihrer Verletzung wieder aufzustehen und zu gehen, nicht nur räumlich näher“.

Italienischer Vorreiter

Italienisches Reha-Zentrum Tiberino

Die Prosperius Tiberino Clinica di Rehabilitazione in Umbertide (Italien) wird als erstes Rehabilitationszentrum in Europa Ekso einsetzen. Die Partnerschaft wird am 23. Februar 2012 im Rahmen eines Festakts mit dem italienischen Gesundheitsminister Renato Balduzzi, Ekso Bionics-CEO Eythor Bender und dem CEO der Prosperius-Gruppe Prof. Mario Bigazzi, vorgestellt. Das bedeutet dann auch einen großen Auftritt für die querschnittgelähmte “Testpilotin” Amanda Boxtel, die das Produkt einmal mehr präsentieren wird.

“Wir sind sehr stolz, den innovativen Ekso als erste Klinik in Europa einsetzen zu können”, sagt Professor Mario Bigazzi. “Unsere querschnittgelähmten Patienten haben damit die Chance, erstmals seit ihrer Verletzung wieder aufzustehen und zu gehen. Wir erwarten uns neben positiven Auswirkungen auf das gesamte vegetative System vor allem positive psychologische Impulse.”

In Kürze stehen den Patienten hierfür zwei Exoskelette zur Verfügung. Für wen sind die Geh-Roboter geeignet? Der Anbieter: „Sie können innerhalb weniger Minuten an nahezu alle Menschen, die zwischen 1,50 und 1,90 Meter groß sind, maximal 100 kg wiegen und in der Lage sind, selbstständig ihre Position zu wechseln, angepasst werden.“

Steuerung über Handbewegungen

Dabei wird Ekso über Kleidung und Schuhe “angezogen” und mit Bändern sicher fixiert. „Durch die beispiellose Kniebeugung erzeugt Ekso das natürlichste Gangbild aller auf dem Markt befindlichen Exoskelette“, wirbt der Hersteller für sich. Das batteriebetriebene Gerät wird über Handbewegungen gesteuert und erkennt mittels Sensoren computergestützt in Echtzeit die Absichten des Anwenders, berechnet die Bewegung und führt sie entsprechend aus.

Bislang nutzen zehn US-amerikanische Rehabilitationskliniken, darunter die Kessler Foundation oder das Mount Sinai Medical Center in New York, den “anziehbaren” Roboter. In den kommenden Monaten sollen nun nach dem Startschuss in Italien weitere europäische Kliniken und Rehabilitationszentren folgen.

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