Gehörlose als Hospizhelfer für Gehörlose

Pilotprojekt: Der Verein JSB (Jugend, Soziales, Bildung) e.V. in Nürnberg bildet ab Juni aus.

Die gehörlose Nervenärztin Dr. Inge Richter ist eine der Dozenten. (Foto: Judit Nothdurft Consulting)

Die gehörlose Nervenärztin Dr. Inge Richter ist eine der Dozenten. (Foto: Judit Nothdurft Consulting)

Im Rahmen eines Pilotprojekts werden zum ersten Mal in Bayern Gehörlose als Hospizhelfer für Gehörlose ausgebildet. Das Konzept für den Kurs wurde vom Verein JSB (Jugend, Soziales, Bildung) e.V. in Kooperation mit dem Hospizverein Nürnberg entworfen und startet am 18. Juni 2016. Kommunikationssprache ist die Deutsche Gebärdensprache.

An sieben Wochenenden werden maximal zehn Teilnehmer in Themen wie psychosoziale Aspekte des Sterbens, Arbeit des Hospizdienstes, Trauer usw. geschult. Als Dozenten konnte der Verein Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten gewinnen wie die gehörlose Nervenärztin Dr. Inge Richter oder den Palliativmediziner Dr. Roland Martin Hanke.

Mit Zertifikat

In den 120 Unterrichtsstunden sind 15 Praxiseinheiten eingeplant. „Im Praktikum sollen die angehenden Hospizhelfer die Erfahrung machen, fremde Menschen eine Zeitlang zu besuchen und dann einen gelungenen Abschied zu finden“, so Iris Feneberg, Koordinatorin des Kurses. Die Ausbildung endet im Februar 2017 mit dem Abschluss „Zertifizierter Hospizhelfer“. Dann können die Helfer sowohl ambulant wie auch in Hospizeinrichtungen gehörlosen Menschen in ihrer Muttersprache in der Deutschen Gebärdensprache zur Seite stehen.

Das Pilotprojekt wird von Aktion Mensch, dem Sparkassenverband Bayern, der Dr. Peter Bonner Stiftung sowie von der Adolf und Gertraud Müller Stiftung gefördert. Dank der vielen Sponsoren haben die Teilnehmer nur einen kleinen Eigenanteil von 30,00 € zu entrichten.

Hospiz (lat. „hospitium“: Herberge) ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung. Im deutschen Sprachraum der Gegenwart wird mit Hospiz meist eine stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet, die meist über nur wenige Betten verfügt und ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert ist.

(RP/PM)

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