""

Vor einem Jahr starb Michael Heil – wir vermissen dich

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Querschnittlähmung und Sexualität +++ Tag der Sehbehinderten +++ Kritik an lückenhafter Versorgung von Schmerzpatienten +++ Kugelstoßen – Kappel +++ Boxen

TAGEBUCH
FREITAG, 9. JUNI 2017
In memoriam

Zum 1. Todestag von Michael Heil

Michael Heil (*21.12.1962 – † 9.6.2016) (Foto: privat)

Michael Heil (*21.12.1962 – † 9.6.2016) (Foto: privat)

Niemals geht man so ganz – oder, wie in diesem Fall, gar nicht: Am 9. Juni 2016 starb ROLLINGPLANET-Mitgründer und -Förderer Michael Heil bei einem Unfall, 53 Jahre jung. Auch ein Jahr später sind unsere Trauer und unser Schmerz enorm – Michael war nicht nur ein äußerst erfolgreicher Unternehmer (Rehability), Querdenker und Mäzen, sondern vor allem ein besonderer Freund, auf den man sich jederzeit verlassen konnte. Wir vermissen dich, lieber Michael. ROLLINGPLANET

MITTWOCH, 7. JUNI 2017
Schweiz

Stefan Keller: Abgestürzt – und ein neues Leben

Stefan Keller im Interview mit der Sendung „Virus“ im Schweizer Radio (Foto: SRF)

Stefan Keller im Interview mit der Sendung „Virus“ im Schweizer Radio (Foto: SRF)

Seine Geschichte klingt nach einem makaberen Scherz des Schicksals – Stefan Keller betreibt eine Gleitschirm-Flugschule für Menschen mit Behinderung, stürzt während eines Fluges ab und landet selber im Rollstuhl. Und doch sieht er sein Unfall nicht als Unglück, sondern als Aufgabe.
Durch die Querschnittlähmung hat sich ebenso die Sexualität von Stefan stark verändert. Der 53-Jährige musste neue Wege finden, wie er auch im Rollstuhl Liebe und Zuneigung genießen kann. „So erlebte ich im Erwachsenenalter nochmals eine Pubertät – ich fand heraus, was möglich ist, was ich empfinde, wo meine erogenen Zonen sind. Die alten habe ich schnell vergessen.“ SRF

DIENSTAG, 6. JUNI 2017
Sehbehindertentag 2017

Bis zu 1,2 Millionen Blinde und Sehbehinderte in Deutschland

Drei Blinde und eine sehende Begleiterin in Frankfurt  (Foto:  Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main)

Drei Blinde und eine sehende Begleiterin in Frankfurt (Foto: Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main)

Die Zahl der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland wird nach unterschiedlichen Schätzungen mit 650.000 bis 1,2 Millionen angegeben. Ein Mensch gilt als sehbehindert, wenn er mit Brille auf keinem Auge 30 Prozent der normalen Sehkraft erreicht. Sind es weniger als zwei Prozent, ist er blind. Zum Tag der Sehbehinderten am 6. Juni weisen der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) sowie andere Organisationen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Seheinschränkungen hin.
Das Schwerpunktthema des diesjährigen Sehbehindertages ist Audiodeskription. So nennt man Bildbeschreibungen, die in den Dialogpausen eines Filmes eingesprochen werden und in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekor beschreiben. Audiodeskription (AD) macht einen Film zum Hörfilm – perfekt zugänglich für sehbehinderte und blinde Menschen. (RP/PM/dpa)

MONTAG, 5. JUNI 2017
Gesundheitssystem
Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft (Archivfoto: ARD)

Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft (Archivfoto: ARD)

Kritik an lückenhafter Versorgung von Schmerzpatienten

Experten kritisieren eine lückenhafte Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen. „Es kann nicht sein, dass Patienten im Dschungel des Gesundheitswesens bis zu sechs Jahre umherirren, bevor sie zu einem Arzt kommen, der eine ergänzende Qualifikation in Schmerztherapie hat“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft, Thomas Isenberg.
Einer der Gründe sei, dass es viel zu wenige Schmerztherapeuten gebe, erklärt der Chefarzt am Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Uniklinikum des Saarlandes in Homburg, Sven Gottschling. Das liege wiederum daran, dass Schmerztherapeuten pro Quartal nur 300 Patienten behandeln dürften. „Wenn man sich entscheidet, niedergelassener Schmerzarzt zu werden, bedeutet das schon fast einen wirtschaftlichen Totalschaden“, betonte Gottschling. Kein Wunder, dass es nur etwa 1000 Ärzte in Deutschland gebe, die als niedergelassene Schmerztherapeuten tätig seien. „Die Rahmenbedingungen sind total schlecht – für den Arzt und damit auch für den Patienten.“
Rund 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) leiden nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft unter chronischen Schmerzen. 2,2 Millionen von ihnen haben starke körperliche und psychische Beeinträchtigungen. Das betont die Gesellschaft zum bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz am 6. Juni. (dpa)

SONNTAG, 4. JUNI 2017
Kugelstoßen

Sieben Wochen vor WM: Paralympics-Sieger Kappel verbessert Weltrekord

Niko Kappel nach seinem Goldwurf bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro. (Archivfoto: Kay Nietfeld/dpa)

Niko Kappel nach seinem Goldwurf bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro. (Archivfoto: Kay Nietfeld/dpa)

Kugelstoß-Paralympics-Sieger Niko Kappel hat beim Münchener Ludwig-Jall-Sportfest einen Weltrekord aufgestellt. Sieben Wochen vor der WM in London verbesserte der 22-Jährige vom VfL Sindelfingen die bisherige Bestmarke des Polen Bartosz Tyszkowski um 21 Zentimeter auf 13,78 Meter.
„Es war noch nicht der perfekte Stoß. Da ist noch Potenzial vorhanden und ich muss das System weiter stabilisieren und perfektionieren“, sagte der Goldmedaillen-Gewinner von Rio und ist sich sicher, dass Dauerrivale Tyszkowski in London nun besonders motiviert ist. „Er ist jetzt mit Sicherheit noch mehr angestachelt. Und auch ein Amerikaner stößt inzwischen über 13 Meter. Ich habe in den sieben Wochen also noch viel zu tun“, sagte der kleinwüchsige Kappel. (dpa)

SAMSTAG, 3. JUNI 2017
Berlin

Fäuste für Inklusion

Kampagnenfoto für „Sport verbindet“ (Foto: Susanne Kreuschmer + xavigm/bigstock)

Kampagnenfoto für „Sport verbindet“ (Foto: Susanne Kreuschmer + xavigm/bigstock)

Unter dem Motto „Sport verbindet“ startet am 10. Juni in Berlin-Spandau ein spezielles Box-Programm für Kinder und Menschen mit Handicap in der Bruno-Gehrke-Halle. Auch Rollstuhlfahrer sind herzlich eingeladen, an der legendären Sportstätte in der Neuendorfer Straße die olympische Disziplin Boxen (näher) kennenzulernen und mit zu trainieren.
Bei dem Boxtraining für Behinderte steht die Stärkung von Selbstvertrauen und der Erlebnisfaktor im Vordergrund. „Wir wollen den Behindertensport auch ein Stück weit aus der Ecke holen“ so Jürgen Kessling, Vorsitzender des Fitness-Clubs Spandau, der gemeinsam mit dem BFC80 und dem Personal- und Boxtrainer Bernhard Bischoff Initiator ist. Förderer ist der ambulante Pflegedienst Futura-Berlin. Box-Interessierte melden sich hier: Fitness-Spandau Spandau. (PM)

Zur Startseite Zum Tagebuch

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN