GEW: Schulen in Thüringen für Inklusion schlecht gerüstet

Gewerkschaft fordert mehr Personal, Räume und Geld und will Förderzentren behalten.

GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum (Foto: Privat/twitter)

GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum (Foto: Privat/twitter)

Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Schulen in Thüringen für das gemeinsame Lernen von nichtbehinderten Schülern und Kindern mit Handicap schlecht gerüstet. Für die sogenannte Inklusion seien ausreichend Personal, zusätzliche Räume und Geld für die erforderlichen Unterrichtsmaterialien und Sachmittel nötig, erklärte die GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum am Montag. Zudem müssten Förderzentren ein wesentlicher Bestandteil des Thüringer Schulsystems bleiben. „Tatsächliche Inklusion zum Wohle der Kinder kann nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, aber leider ist das oftmals die Realität“, so Vitzthum. Hintergrund ist die von der Landesregierung geplante Reform des Schulgesetzes.

Danach sollen grundsätzlich alle Schulen „inklusive Schulen“ werden. Darauf fühlten sich viele Pädagogen allerdings nicht vorbereitet, kritisierte die GEW und verwies auf eine von ihr organisierte Online-Umfrage, bei der sie knapp 1900 Pädagogen befragt hatte. Beteiligt hatten sich etwa 350, das entspricht 18 Prozent der Befragten. In Thüringen werden nach früheren Angaben des Bildungsministeriums derzeit an 36,5 Prozent der Schulen Kinder mit Förderbedarf zusammen mit Gleichaltrigen an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet.

(dpa/th)

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