Goldener Finaltag für deutsche Tischtennisspieler

DBS-Team holt 2x Team-Gold, 1x Silber und 1x Bronze – Brüchle zweifacher Europameister – Insgesamt 10 deutsche Medaillen

Die Europameister der WK 5 (v.l.n.r.): Selcuk Cetin, Valentin Baus und Jörg Didion, hinten: Team-Psychologe Thorsten Leber (Foto: DBS).

Die Europameister der WK 5 (v.l.n.r.): Selcuk Cetin, Valentin Baus und Jörg Didion, hinten: Team-Psychologe Thorsten Leber (Foto: DBS).

Mit zwei weiteren Titeln, einer Silbermedaille und einer Bronzemedaille für Deutschland sind am Samstag die Para-Tischtennis-Europameisterschaften in Dänemark zu Ende gegangen. Die Teams der Wettkampfklassen 3 mit Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger und 5 mit Valentin Baus, Selcuk Cetin und Jörg Didion überzeugten auch in den entscheidenden Partien des Turniers – beide holten die Goldmedaille. Damit fährt Thomas Brüchle als Doppel-Europameister zurück ins heimische Lindau. Jan Gürtler und Dietmar Kober finden sich nach ihrem verlorenen Halbfinale gegen Frankreich auf dem dritten Platz der WK 4 wieder und dürfen sich wie Thorsten Schwinn und Jochen Wollmert gestern über Bronze freuen, während sich Stephanie Grebe und Juliane Wolf bei den Damen der WKs 6-8 mit einem Sieg über Frankreich spektakulär noch die Silbermedaille sicherten.

Brüchle und Schmidberger zeigten am Samstagmorgen erneut eine beeindruckende Leistung und zogen mit einem deutlichen 2:0 gegen die Schweden Öhgren/Sjoqvist ins Endspiel ein. Dort trafen sie mit Egon Kramminger und Manfred Dollmann auf zwei sehr erfahrene Spieler aus Österreich, doch auch diese beiden mussten sich der überwältigenden Dominanz des deutschen Duos in diesem Turnier beugen. Die Weste der Titelverteidiger blieb rein: Sie gewannen das Doppel glatt in drei Sätzen und auch Schmidberger hielt sich beim 3:0 gegen Kramminger schadlos. Mit dieser weiteren Goldmedaille untermauerten die alten und neuen Europameister noch einmal eindrucksvoll die deutsche Vorherrschaft in der WK 3.

Furiose Aufholjagd

Spannender machten es Baus, Cetin und Didion in der WK5. Zwar gewannen auch sie ihr Halbfinale gegen die Türkei mit 2:0, allerdings gingen sowohl das Doppel zwischen Baus/Cetin und Ozturk/Vural als auch das Einzel von Baus gegen Vural über die volle Distanz. Nach zehn gespielten Sätzen stand aber auch dieses deutsche Trio im Finale und spielte dort gegen die Franzosen Thomas, Merrien und Savant-Aira um Gold.

Im Doppel trafen Baus/Cetin auf Thomas/Merrien und boten den Zuschauern gleich im ersten Satz eine furiose Aufholjagd: Nachdem die Deutschen bereits 4:10 zurück lagen, gelang es den Franzosen nicht, den Satz zuzumachen. Punkt um Punkt kämpften sich Baus und Cetin heran, schließlich gewannen sie nach acht Punkten in Folge den Durchgang noch mit 12:10 – danach waren sie auf der Siegesstraße und gewannen das Spiel mit 3:0. Aufgegeben hatten sich die Franzosen aber noch nicht: Valentin Baus hatte im folgenden Einzel gegen Florian Merrien alle Hände voll zu tun, doch schließlich rang der junge Bochumer den Franzosen im Entscheidungsdurchgang nieder – das zweite Team-Gold war unter Dach und Fach.

Erfolge auch für Gürtler und Kober

Jan Gürtler und Dietmar Kober feierten nach ihrem sensationellen Halbfinal-Einzug heute die Bronzemedaille. Gegen die favorisierten Franzosen Martin/Delarque verloren die beiden das Semi-Finale mit 0:2, doch das war nur ein kleiner Wermutstropfen – für Kober war es die erste Medaille bei diesen Europameisterschaften, Gürtler darf gleich zweimal EM-Edelmetall in den Koffer packen.

Grebe und Wolf sensationell Silber

Nachdem Stephanie Grebe und Juliane Wolf gestern nach der unerwarteten Niederlage gegen die Ukrainerinnen in den kombinierten WKs 6-8 noch die Köpfe hängen ließen, schafften sie heute mit einem 2:0-Sieg über das topgesetzte Team aus Frankreich doch noch den Sprung auf das Treppchen: Nach den letzten Gruppenspielen hatten sowohl die Deutschen, als auch die Französinnen und die Ukrainerinnen jeweils zwei Siege und zwei Niederlagen zu Buche stehen.

Aufgrund des besseren Spielverhältnisses gegenüber dem ukrainischen Team und dem Sieg im direkten Vergleich gegen Frankreich gewannen Grebe und Wolf sensationell noch Silber. Der Schlüssel zu diesem tollen Erfolg war das Doppel gegen die Weltranglistenerste der WK 8, Thu Kamkasomphou, und ihre Partnerin Anne Barneoud, die am Mittwoch Vize-Europameisterin in der WK 7 wurde. In vier hart umkämpften Sätzen setzten sich Grebe/Wolf gegen die Französinnen durch und konnten so in Führung gehen. Im Anschluss siegte Wolf mühelos über Barneoud und der Gewinn der Silbermedaille war perfekt.

Versöhnlicher Abschluss für DBS-Team

Am gestrigen Abend herrschte nach einem gebrauchten Tag noch Ernüchterung im DBS-Lager, doch mit diesem Abschluss endet die EM mehr als versöhnlich. Insgesamt holten die deutschen Starter 10mal Edelmetall: „Es war die erwartet schwere Europameisterschaft, denn im Vorfeld hatten wir mit Verletzungen, Erkrankungen und Materialproblemen zu kämpfen. Nun können wir doch auf eine gute, wenn auch nicht optimale EM zurückblicken. Kompliment an das Team, das sowohl nach den Viertelfinal-Tagen im Einzel als auch im Team wieder aufgestanden ist und mehr Gold und Silber als vor 2 Jahren in Lignano geholt hat“, so Bundestrainer Volker Ziegler.

In der Tat gewann die deutsche Delegation nach dem Ausfall von Holger Nikelis und Marcus Sieger zwar insgesamt eine Medaille weniger als noch 2013, das Ziel, die Farben zu verbessern, wurde aber erreicht: Waren es in Lignano noch zwei goldene, drei silberne und sechs bronzene Medaillen, so waren dieses Mal dreimal Gold, viermal Silber und drei Mal Bronze zu verzeichnen.

„Nun sind wir auf dem Weg nach Rio und werden alle Ressourcen für ein erfolgreiches Abschneiden bei den Paralympics 2016 bündeln“, blickt der Bundestrainer voraus. „Erste Schritte dazu haben wir bereits eingeleitet, in dem wir gemeinsame Trainingslager mit den anderen erfolgreichen Nationen Europas vereinbart haben.“

Weitere Informationen rund um die Europameisterschaften und alle Ergebnisse finden Sie auf der Seite des Ausrichters www.parabordtennis.dk sowie auf der Seite des internationalen Verbandes www.ipttc.org

(RP/PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN