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Goldgräberstadt Disentis in der Schweiz: Hier können Rollstuhlfahrer baggern

Das barrierefreie Angebot im Reka-Feriendorf wendet sich vor allen an Familien. Unser Check: Was ist gut, was ist schlecht?

Disentis in der Schweiz: Goldgräberstadt mit Bagger (Foto: Schweiz Tourismus)

Disentis in der Schweiz: Goldgräberstadt mit rollstuhlgerechtem Bagger (Foto: Schweiz Tourismus)

Das Mitte Juni neu eröffnete Reka-Feriendorf in Disentis (Schweiz) wurde neu zum Thema Gold inszeniert. Zentrale Elemente sind ein Abenteuerspielplatz in Form einer Goldgräberstadt und ein Familienprogramm rund um das begehrte gelbe Metall.

In der „Kleinstadt“ mit verschiedenen Häusern wie Bank, Polizei und Rathaus, einem Bergwerk mit Förderturm, Goldwaschanlage und Werkplatz mit Sand und Wasser, Kleinkinderbereich mit Sandspielplatz mit Spielgeräten und einer Theaterbühne können große und kleine Abenteurer ihren Goldgräbertraum ausleben.

Spielplatz mit Bagger

Der Spielplatz ist barrierefrei. Eine Attraktion im Randbereich der Sandanlage ist ein Bagger (siehe Foto oben), der sich mit dem Rollstuhl befahren lässt. Außerdem sind acht Wohnungen im Feriendorf für Rollstuhlfahrer geeignet.

Das Reka-Feriendorf Disentis wurde 2006 erbaut und bietet 52 Ferienwohnungen mit familienfreundlicher Ausstattung, Hallenbad und Kinderbetreuungsprogramm in der besonderen Natur Graubündens. Die barrierefreie Neuerungen wurden durch eine finanzielle Unterstützung und Beratung der Stiftung „Denk an mich“ ermöglicht.

Webseite: www.reka.ch

Der ROLLINGPLANET-Check

Positiv

+ Mit dem Auto gut erreichbar.
+ Ein öffentliches rollstuhlgerechtes WC befindet sich im Gebäude, das unmittelbar an den Spielplatz grenzt.
+ Von der Terrasse her ist der Spielplatz mit dem Rollstuhl erreichbar. Das interne Spielplatz-Wegnetz und der Großteil der Spielelemente sind hindernisfrei zugänglich. Dies erleichtert Menschen mit einer mobilen Beeinträchtigung, Personen mit einem Kinderwagen sowie älteren Menschen mit Gehhilfen den Durchgang, so dass Kinder, Enkelkinder und ihre Begleitpersonen mühelos den Spielplatz erreichen können.
+ Die Fallschutzbeläge aus Holzschnitzel sind befahrbar und erfüllen die Anforderungen für einen hindernisfreien Zugang zu den Spielelementen.
+ Die naturnahe und topografisch wie materiell stark strukturierte Anlage erleichtert Menschen mit einer Sehbehinderung die Orientierung.
+ Die meisten Spielgeräte haben einen erhöhten Nutzen für Menschen mit einer Behinderung.
+ Der Dorfplatz, das Theater und der Werkplatz legen den Fokus auf das Rollenspiel. Alle Spielhäuser sind hindernisfrei zugänglich und so ausgerüstet, dass auch das Manövrieren und Bedienen mit dem Rollstuhl möglich ist.
+ Es gibt diverse Sitzmöglichkeiten mit und ohne Rückenlehnen und unterfahrbare Bank-Tischkombinationen.

Negativ

– Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist schwierig. Die Bushaltestelle ist zirka 800 Meter entfernt und nicht behindertengerecht.
– Einzelne Zugänge zum Spielplatz sind durch die Hanglage nur bedingt rollstuhlgängig, da die bestehenden Erschliessungsstraßen eine Steigung von teilweise über 6 Prozent aufweisen.
– Die Muldenrutsche mit Zugangspodest wird über teilweise zu steile Wege erschlossen (bedingt möglicher Zugang für Rollstuhlfahrer).

(RP/PM)


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