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Grönland: Genmutation verzehnfacht Diabetesrisiko

Einer von fünf Einwohnern betroffen – Variation nur auf der Insel existent.

Schulkinder in Grönland

Schulkinder in Grönland

Forscher der University of Copenhagen (Dänbemark) haben eine genetische Anfälligkeit entdeckt, die das Risiko für Typ-2-Diabetes verzehnfacht. Die in der Bevölkerung von Grönland festgestellte Mutation liefert neue Hinweise auf die verschiedenen Ursachen der Krankheit. Die in „Nature“ veröffentlichten Ergebnisse sind ein Beweis dafür, dass die Genetik bei der Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, eine Rolle spielt. Weitere Risikofaktoren sind der Lebensstil, Fettleibigkeit und eine schlechte Ernährung.

Insulinresistenz in Muskeln

Mehrere Gene wurden bereits mit einem erhöhten Krankheitsrisiko in Zusammenhang gebracht. Das bedeutet, dass das Vorhandensein eines dieser Gene mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung einhergeht. Die jetzt entdeckte Genmutation kommt bei fast einem von fünf Menschen in Grönland vor.

Laut Studienleiter Torben Hansen kommt die Mutation nicht bei anderen Bevölkerungen in Europa und China oder bei Afroamerikanern vor. Damit liegt nahe, dass Typ-2-Diabetes eine Vielzahl von Ursachen zugrunde liegt. „Wir haben bei dieser Form von Diabetes ein neues Gen entdeckt, das durch die Insulinresistenz in den Muskeln zu einem erhöhten Risiko führt. Bei Typ-2-Diabetes handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um viele“, so Hansen.

Seit 50 Jahren ein Problem

Die Bevölkerung ist historisch bedingt klein und isoliert. Die Insel hat einen raschen Wandel von einer traditionellen Gesellschaft von Fischern und Jägern zu einer Gesellschaft mit einem modernen Lebensstil durchgemacht. Damit hat sich auch das Auftreten von westlichen Krankheiten verstärkt. Typ-2-Diabetes war früher auf der Insel sehr selten. Seit 50 Jahren hat die Anzahl der Erkrankungen jedoch drastisch zugenommen.

Die Experten suchten bei 2.575 Grönländern nach einer genetischen Verbindung zu Typ-2-Diabetes. Es zeigte sich, dass eine Mutation des Gens TBC1D4 bei 17 Prozent der untersuchten Menschen vorkam. Die Folgen dieser Genvariation sind um ein Mehrfaches höher als bei allen vorangegangenen Studien. Anders als bei anderen bereits bekannten Genvariationen führt sie nach dem Essen zu Problemen mit der Regulierung des Blutzuckers.

(pte, Foto: Wikipedia/Kim Hansen)

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