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Großbrand in Behindertenwerkstatt Dassel: Polizei sucht nach Ursachen

318 Helfer kämpften gegen die Flammen – das Gebäude ist nicht mehr zu nutzen.

Luftaufnahme von gestern: Dichter Qualm dringt  aus einem Gebäude der Harz-Weser-Werkstätten in Dassel  (Foto: Stefan Rampfel/dpa)

Luftaufnahme von gestern: Dichter Qualm dringt aus einem Gebäude der Harz-Weser-Werkstätten in Dassel (Foto: Stefan Rampfel/dpa)

Der Großbrand in einer Behindertenwerkstatt in Dassel (Kreis Northeim/Niedersachsen) hat einen Millionenschaden verursacht (ROLLINGPLANET berichtete). Zahlreiche Menschen verloren durch das Feuer Arbeitsplätze und Betreuungsangebote. Experten der Polizei hätten am Samstag mit der Suche nach möglichen Ursachen für das Feuer begonnen, sagte eine Polizeisprecherin in Northeim.

Der geschätzte Schaden an den Harz-Weser-Werkstätten, in denen der Brand am Freitagnachmittag nach Feierabend ausgebrochen war, liege bei rund einer Million Euro. Den Angaben zufolge kämpften 318 Helfer gegen die Flammen, das Technische Hilfswerk unterstützte den Großeinsatz.

Ratlosigkeit, wie es weitergeht

Die Sprecherin berichtete, das Gebäude sei offensichtlich derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass dort nicht mehr an eine Betreuung zu denken sei. Alternativen seien noch nicht bekannt.

Der Einzugsbereich der Harz-Weser-Werkstätten erstreckt sich über die Landkreise Osterode, Northeim, Holzminden und Teile des Kreises Göttingen. Dassel ist nur ein Standort. Wie viele Plätze es dort gibt, war am Samstag zunächst nicht zu erfahren.

Die gemeinnützige GmbH schreibt über sich: „In den sechs Werkstätten stehen für mehr als 1350 Erwachsene, die aufgrund ihrer Behinderung vorübergehend oder langfristig nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, vielfältige Arbeitsplätze und Bildungsangebote zur Auswahl.“

Werkstätten als Todesfalle?

Zur Zeit des Brandes waren keine Menschen mehr in den Dasseler Gebäuden. Der Großbrand weckt Erinnerungen an eine Katastrophe Ende 2012, als eine Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt (Schwarzwald) zur Todesfalle für 14 Menschen wurde. Damals war ein defekter Gasofen die Ursache.

BeFAB – der Berufsverband der Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen e.V forderte seinerzeit auf ROLLINGPLANET: „Vor allem die Werkstattträger sind hier in die Pflicht zu nehmen, damit es nicht zur tragischen Groteske wird, was in vielen Hochglanzprospekten versichert wird: ,Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt!‘“

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Willi Schroeder

    Da sind bestimmt die Sprengkörper explodiert. 😉

    17. August 2013 at 11:51

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