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„Grünanlagen kein Ausweg“: Senioren fordern mehr barrierefreie Toiletten in Berlin

Und warum viele von ihnen ein ernstzunehmendes Problem haben, das WC-Planer unterschätzen.

Eine sogenannte City-Toilette in Berlin – künftig sollen die stillen Örtchen in Berlin werbefrei sein. (Foto: Markus C. Hur/dpa)

Eine sogenannte City-Toilette in Berlin – künftig sollen die stillen Örtchen in Berlin werbefrei sein. (Foto: Markus C. Hur/dpa)

Berlins Senioren fordern mehr öffentliche WCs in der Stadt. „Die Zahl der Berlinerinnen und Berliner steigt, die Zahl der Touristen steigt, nur die Zahl der öffentlichen Toiletten in Berlin bleibt gleich oder wird sogar reduziert“, kritisierte die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, Johanna Hambach, am Mittwoch. „Gerade für ältere Menschen kann ein Bedürfnis schnell zum Bedrängnis werden.“ Grünanlagen und andere öffentliche Flächen seien kein Ausweg, „auch wenn dies aus der Not von manchem so angenommen wird.“

Hambach forderte klare Vorgaben, damit öffentliche Einrichtungen, Kliniken, Seniorenheime, Supermärkte oder Gaststätten öffentliche Klos anbieten. Denn:

„Eine flächendeckende Versorgung mit barrierefreien Bedürfnisanstalten ist keine Frage des guten Willens, sondern verlässlich notwendig.“

Ältere Menschen sollten nach Hambachs Meinung bei der Gestaltung öffentlicher WCs einbezogen werden. „Manch automatischer Lösung vertrauen sich Seniorinnen und Senioren nicht an, weil sie Sorge haben, dass sie nicht mehr herauskommen.“

In der Hauptstadt wird schon länger über die Zahl der stillen Örtchen diskutiert. Auch Tourismusverantwortliche sehen hier Handlungsbedarf. Nach früheren Angaben gibt es in Berlin etwa 250 öffentliche WCs, von denen die Wall AG etwa 200 betreibt (hier gibt es eine Übersicht der Standorte) und den Unterhalt durch Werbung finanziert. Der Vertrag mit dem Unternehmen läuft 2018 aus und wurde neu ausgeschrieben. Nach dem Willen des Senats sollen die stillen Örtchen künftig werbefrei sein.

(RP/dpa/bb)

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