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Gute Nacht! ZDF zeigt dreiteilige Reihe „Barrierefrei“

„Be My Baby“ macht am 1. Dezember den Auftakt der Filme über Menschen mit Behinderung.

Carina Kühne in „Be My Baby“  (Foto: ZDF/Julia Baumann)

Carina Kühne in „Be My Baby“ (Foto: ZDF/Julia Baumann)

Das kleine Fernsehspiel des ZDF (wie immer – nicht nur wenn es um uns geht – zur späten Stunde) zeigt ab Montag, 1. Dezember 2014, 0.05 Uhr, die Reihe „Barrierefrei“ über Menschen mit Behinderung.

Drei Filme (jeweils auch mit Audiodeskription für blinde Menschen) an drei aufeinanderfolgenden Montagen sollen zeigen, wie behinderte Menschen den Alltag meistern und wo sie Schwierigkeiten haben, in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gleichberechtigt teilzuhaben. Die Beiträge erzählen „ganz aus der Perspektive der Betroffenen; ihr Blickwinkel auf die Welt bestimmt die Geschichten.“

In Deutschland hat fast jeder Zehnte eine körperliche oder geistige Behinderung. „Bei einem so großen Bevölkerungsanteil ist es umso erstaunlicher, wie wenig selbstverständlich Inklusion oft noch ist“, so die ZDF-Redaktion.

Montag, 1. Dezember 2014, 0.05 Uhr (ZDF):
„Be My Baby“

Den Auftakt der Reihe bildet der preisgekrönte Fernsehfilm „Be My Baby“. Er erzählt von Nicole (Carina Kühne), einer selbstbewussten jungen Frau mit Down-Syndrom. Sie möchte einen Freund haben, heiraten, ein Baby bekommen und einfach normal sein. Es beginnt ein Wettlauf gegen Sterilisation, Abtreibung und festgefahrene Ansichten – und ein Kampf für das Recht auf Selbstbestimmung. „Be My Baby“ ist der Debütfilm von Autorin und Regisseurin Christina Schiewe. Für Hauptdarstellerin Carina Kühne ist es die erste Filmrolle. Sie hat das Down Syndrom und engagiert sich gesellschaftlich für Akzeptanz und Inklusion.

Der Film wurde im Juli auf dem Filmfest München 2014 mit dem „Förderpreis Neues Deutsches Kino“ in der Kategorie Drehbuch ausgezeichnet. Anfang November 2014 erhielt er bei den 36. Biberacher Filmfestspielen den Publikumspreis und den Preis der Schüler-Jury. Darüber hinaus erhielt die junge Komponistin Martina Eisenreich am 21. November den Rolf-Hans-Müller-Preis für die beste Filmmusik (ROLLINGPLANET berichtete).

„Be My Baby“ ist eine Produktion von Das Goldene Lamm Filmproduktion in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel und wurde gefördert von der MFG Baden-Württemberg. Die Redaktion im ZDF hat Christian Cloos. Alle drei Filme der Reihe „Das kleine Fernsehspiel: Barrierefrei“ werden mit Audiodeskription angeboten.

Montag, 8. Dezember 2014, 00.30 Uhr (ZDF):
„Eine ganz normale WG“

Der Dokumentarfilm „Eine ganz normale WG“ führt in eine Wohngemeinschaft für geistig Behinderte in Berlin. Sechs Frauen zwischen 26 und 60 Jahren werden hier von drei Sozialarbeiterinnen behutsam betreut, meistern ihren Alltag jedoch weitgehend alleine. Der Filmemacher Georg Schönharting hat die Frauen nicht nur ein Jahr lang mit der Kamera begleitet, sondern ihnen selbst Kameras in die Hand gedrückt, damit sie ihren eigenen Alltag dokumentieren. Herausgekommen ist eine Collage, deren Magie im vorurteilsfreien Eintauchen in die Welt der sechs Frauen besteht – in eine Welt mit Glanzlichtern, Spannungen und Tiefpunkten, die entstehen, wenn Menschen auf engem Raum zusammenleben.

Anne-Marie, Bernadette, Delia, Doris, Sarah und Gabi leben in einer ganz normalen Wohngemeinschaft in Berlin. Sie sind zwischen 26 und 60 Jahren alt. Anne-Marie hat einen Ausweis, der ihr einen Behindertengrad von 70 Prozent attestiert, sie arbeitet in einer geschützten Werkstätte, Bernadette ist lernbehindert und erledigt ihre Bankgeschäfte und Online-Käufe am iPhone. Delia ist Autistin und interessiert sich für die Regeln, die die Welt im Innersten zusammenhalten. Doris singt im Chor, arbeitet ehrenamtlich in einer Begegnungsstätte und mag Kuscheltiere. Sarah war eine Frühgeburt und ist Analphabetin. Aber was heißt schon Behinderung?

Montag, 15. Dezember 2014, 00.15 Uhr (ZDF):
Berg Fidel – Eine Schule für alle

„Bergfidel“: Drei Jahre lang hat die Regisseurin Hella Wenders die inklusive Grundschule begleitet

„Bergfidel“: Drei Jahre lang hat die Regisseurin Hella Wenders die inklusive Grundschule begleitet

Der Dokumentarfilm „Berg Fidel – Eine Schule für alle“ berichtet über die Schüler einer inklusiven Grundschule im Münsteraner Stadtteil Berg Fidel. Drei Jahre lang hat die Regisseurin Hella Wenders vier dieser Kinder mit der Kamera begleitet.

Mit Witz und Charme erzählen sie aus ihrem Schulalltag und sagen in ihrer unvergleichlichen Weise mehr als so mancher Erwachsene. Ob hochbegabt oder lernschwach, geistig oder körperlich beeinträchtigt – sie lernen zusammen in altersgemischten Gruppen und lösen gemeinsam ihre Probleme. Sie lernen von- und füreinander, übernehmen Küchendienste, halten Klassenrat, helfen sich gegenseitig und werden sich selbst zum Lehrer. Mit den Augen von Anita, David, Jakob und Lucas erlebt der Zuschauer ihren Alltag in Schule und Familie.

„Berg Fidel – Eine Schule für alle“ ist der Abschlussfilm von Hella Wenders an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Er war im Kino und bei der Kritik erfolgreich und wurde unter anderen mit dem Publikumspreis des Filmfestes Lünen ausgezeichnet.

(PM)

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4 Kommentare

  • Illgen Hermann

    Mitten in der Nacht das es ja keiner sieht! Ist ARD und ZDF nicht auch für Minderheiten da? Soweit man bei 10 % von Minderheiten reden kann!

    28. November 2014 at 17:39
  • Pia Buckard

    Ich denke,dass kann man sich auch in der Mediathek anschauen?

    28. November 2014 at 21:09
  • Rebecca Teller

    Das wäre interessant zu wissen.

    30. November 2014 at 00:06
  • Karin

    Warum so spät?

    30. November 2014 at 04:49

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