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Gynäkologe haftet nicht für nicht erkannten Darmkrebs

Patientin starb – wer war Schuld?

Verstorbene Patientin ging nicht rechtzeitig zum Gesundheits-Check (Foto: flown/pixelio.de)

Verstorbene Patientin ging nicht rechtzeitig zum Gesundheits-Check (Foto: flown/pixelio.de)

Findet ein Gynäkologe keine Ursache für die Unterleibsschmerzen einer Patientin, darf er sie zur weiteren Abklärung zu einem Urologen schicken. Ihn trifft dann keine Schuld, wenn die Frau später an Darmkrebs stirbt. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm hervor, auf die die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht im Deutschen Anwaltverein hinweist (Az.: 26 U 140/12).

Geklagt hatten die Kinder der Verstorbenen. Sie waren der Ansicht, der Arzt habe weitere Untersuchungen ihrer Mutter unterlassen und sie dadurch fehlerhaft behandelt. Sie hätte geheilt werden können, wenn der Krebs früher entdeckt worden wäre.

Freispruch erster Klasse

Die Frau war aufgrund zunehmender Schmerzen erst rund ein halbes Jahr, nachdem ihr Gynäkologe sie überwiesen hatte, zu einer Darmspiegelung gegangen. Etwa zwei Jahre später starb sie an dem dabei entdeckten Tumor.

Die Richter gaben dem Arzt Recht. Er habe einwandfrei gehandelt und die Patientin nach seiner Untersuchung zu Recht zur weiteren Abklärung an einen Urologen überwiesen. Da sich die Frau nicht wieder bei ihm gemeldet hatte, habe er davon ausgehen dürfen, dass es ihr besser gehe.

(dpa/tmn)

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