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Hamburger Inklusionsbüro: „Teuer, aber nicht inklusiv“

Kundgebung autonom Leben in Hamburg

Autonom leben in Hamburg (Foto: Gerlefs Blog)

Gerlef Gleiss bleibt der schärfste Kritiker des designierten Chefs Thomas Bösenberg und bemängelt finanzielle Details.

Gerlef Gleiss ist seit über 20 Jahren Mitarbeiter der Beratungsstelle für behinderte Menschen des Vereins „Autonom Leben“ in Hamburg. In seinem Blog hat er früh den designierten Chef des geplanten Hamburger Inklusionsbüros kritisiert (ROLLINGPLANET berichtete ausführlich).

ROLLINGPLANET hatte sich beim Arbeitsstab der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen der Freien und Hansestadt Hamburg nach Details erkundigt. Wir hatten unter anderem gefragt, wann das Inklusionsbüro starten wird, wie hoch das vorgesehene Budget und wie groß die Mitarbeiteranzahl sein wird. Eine Auskunft wollte man nicht geben.

Einige Antworten erfährt man nun, nachdem die Partei „Die Linke“ eine Kleine Anfrage an den Senat gestellt hat. Demzufolge werden die Personalkosten jährlich 215.000 Euro betragen, davon sind 110.000 Euro für Thomas Bösenberg. Sachmittel wurden nicht beantragt. Für den Kritiker Gleiss bedeutet dies nun: „Tatsache bleibt, dass alles zusammen und zurückhaltend geschätzt mindestens 300.000 Euro pro Jahr für das Inklusionsbüro mit seinen drei Mitarbeitern ausgegeben werden.“

Obwohl „Thomas Bösenberg schnell den Kontakt mit der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen gesucht (hat)“, legt Gerlef Gleiss nun in seinem Blog nach (wir sind darauf durch kobinet aufmerksam geworden) und kritisiert:

Umso ärgerlicher ist es, dass erneut kein behinderter Mensch diesen Posten erhalten hat, sondern mit Thomas Bösenberg ein Beamter, der beschäftigungslos ohnehin auf der Gehaltsliste der Hamburger Verwaltung stand. Selbst die Schwerbehindertenvertretung der Behörde wurde vorher nicht gefragt. Entsprechend vergrätzt ist deren Vorsitzender Klaus Becker.

Was hätte der Senat mit der Besetzung seines Inklusionsbüros mit drei kompetenten, selbst behinderten Personen für ein deutliches Zeichen für tatsächliche Teilhabe und Einbeziehung behinderter Menschen setzen können! Aber nein, die Versorgung eines Beamten, der noch nicht einmal ihr Parteibuch hat, sondern CDU-Mitglied ist, war der SPD-Alleinregierung wichtiger. Und auch Ingrid Körner scheint schnell vor diesem finanziellen/personellen Sachzwang kapituliert zu haben.“

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