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Handicap International: „Humanitäre Hilfe muss alle Betroffenen erreichen“

Zum UN-Tag der Menschen mit Behinderung erinnert die Organisation daran, dass in der Nothilfe Menschen mit Behinderung oft vergessen werden.

Jonas Cazeau (l.), 30, wurde 2016, als der Hurrikan Matthew auf Haiti im Anflug war, vorsorglich in eine Notunterkunft gebracht. Katastrophenvorsorge, die alle Menschen mit einbezieht, ist ein wichtiger Aspekt einer inklusiven Humanitären Hilfe. (Foto: Benoit Almeras/Handicap International)

Jonas Cazeau (l.), 30, wurde 2016, als der Hurrikan Matthew auf Haiti im Anflug war, vorsorglich in eine Notunterkunft gebracht. Katastrophenvorsorge, die alle Menschen mit einbezieht, ist ein wichtiger Aspekt einer inklusiven Humanitären Hilfe. (Foto: Benoit Almeras/Handicap International)

Mary (kleines Foto) ist teilweise gelähmt und kann ihren Unterkörper nicht bewegen. Sie floh 2013 aus ihrer Heimat im Südsudan in ein Camp der Vereinten Nationen. Aufgrund ihrer Behinderung konnte sie sich nur auf allen Vieren fortbewegen und allein kein Essen kaufen oder die Toilette benutzen. Handicap International stellte Mary ein Tricycle zur Verfügung, um ihr den Alltag zu erleichtern. „Ich kann nun in die Kirche und zum Markt gehen und sogar an unseren monatlichen Treffen für Menschen mit Behinderung teilnehmen, ohne dafür auf dem Boden kriechen zu müssen.“

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember erinnert Handicap International daran, dass humanitäre Hilfe auch Menschen erreichen muss, die oft keinen Zugang zu Hilfsangeboten finden. Drei Viertel der Menschen mit Behinderung in Notsituationen haben keinen ausreichenden Zugang zu Wasser, Nahrung, Gesundheit und Unterkünften: Ihre Bedürfnisse werden häufig nicht erfasst.

15 Prozent der Weltbevölkerung betroffen

Laut Artikel 11 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) müssen Menschen mit und ohne Behinderung in Not- und Krisensituationen den gleichen Schutz erhalten.

„Doch in der Nothilfe werden Menschen mit Behinderung oft vergessen – dabei machen sie mit 15 Prozent der Weltbevölkerung eine der größten Minderheiten aus“,

sagt Susanne Wesemann, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland. „In vielen Fällen fehlt das Bewusstsein für die Bedürfnisse dieser Menschen. Hier setzen wir an.“

Mit Finanzierung durch das Auswärtige Amt unterstützt Handicap International in Deutschland gemeinsam mit der Christoffel Blindenmission (CBM) staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure der humanitären Hilfe darin, ihre Kapazitäten für die Durchführung inklusiver Hilfsmaßnahmen zu stärken – durch Seminare, Coaching und wissenschaftliche Kooperationen.

(PM)

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