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Hartz-IV-Kritikerin Inge Hannemann kaltgestellt

Deutschlands mutigste Gegnerin des Jobcenter-Systems wurde heute morgen von ihrem Arbeitgeber von sämtlichen Aufgaben entbunden. Ein Hausverbot gab’s noch obendrauf.

Inge Hannemann (Foto: privat)

Inge Hannemann (Foto: privat)

„Die zuständigen Damen und Herren werden wohl mit allen Mitteln dafür kämpfen, mich loszuwerden“, sagte Inge Hannemann vor knapp einem Monat in einem ROLLINGPLANET-Interview. Sie sollte Recht behalten.

Hannemann ist Deutschlands radikalste und mutigste Kritikerin des Jobcenter-Systems – als Mitarbeiterin des Jobcenters Hamburg-Altona weigerte sie sich, Sanktionsmaßnahmen gegen Hartz-IV-Empfänger zu verhängen: „Wenn Leistungsberechtigten Geld verwehrt wird, ist das Willkür.“ Mit ihrer Kritik ging sie auch an die Öffentlichkeit.

Freigestellt plus Hausverbot

Lange konnte das nicht gut gehen: Hannemann, die wegen einer rheumatischen Erkrankung schwerbehindert ist, wurde heute morgen von ihrem Arbeitgeber „freigestellt“ und somit von sämtlichen Aufgaben im Jobcenter entbunden. Wie Hannemann berichtet, wurde ihr zudem Hausverbot für alle Jobcenter erteilt.

Noch zuvor hatte Hannemann am Morgen auf Facebook mitgeteilt: „8 Uhr Termin in der Jobcenter-Zentrale, Raboisen 28, 20095 Hamburg mit stellv. GF zu einem ,Gespräch‘. Keine Themen werden sein: Sanktionspraxis, Menschenrechte, Grundgesetz, meine Aktivitäten. Die Zentrale lud mich zum Gespräch ein, aufgrund der Drohungen, die ich vor einiger Zeit erhalten habe. Begleitung ist organisiert.“

(Lothar Epe)

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