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Hauptsache Inklusion: Wenn aus Stephen Hawking Steven Hawking wird

„Wir wünschen uns Akzeptanz, geht nicht auf Distanz“: Schulklasse aus Neckargemünd gewinnt bundesweiten Radiowettbewerb bigINCLUSION.

Jury des Wettbewerbs bigINCLUSION

Jury des Wettbewerbs bigINCLUSION

Das kann passieren: Ein schlauer Wettbewerb, bei dem es um Menschen mit Behinderung geht, und dazu eine Pressemitteilung, in der der Sieger zwei Mal falsch geschrieben wird, obwohl dessen Name eigentlich einem der berühmtesten Rollstuhlfahrer der Welt gehört.

Die Klasse 8.4 der Neckargemünder „Steven-Hawking-Schule“ (schreibt uns der Absender) hat den Radiowettbewerb bigINCLUSION gewonnen. Natürlich muss es Stephen-Hawking-Schule heißen, hat uns der ROLLINGPLANET-Kollege Dirk Wessels belehrt. Er muss es wissen: Er lebte in der Einrichtung, ehe sie nach dem berühmten Physiker Hawking benannt wurde und als sie noch Rehabilitationszentrum für körperbehinderte Kinder und Jugendliche hieß.

Rap gewinnt: „Wir sind eins“

75651Nach dieser kleinlichen Besserwisserei aber weiter mit den Siegern: Die Förderschüler aus Neckargemünd bei Heidelberg in Baden-Württemberg überzeugten die Jury mit dem Rap „Wir sind eins“ und dem Slogan „Wir wünschen uns Akzeptanz, geht nicht auf Distanz“.

Die Klasse setzte sich gegen 35 Mitbewerber durch, die es ebenfalls in die letzte Runde schafften. Platz zwei und drei belegen Julia Jende aus Taunusstein und der Wiesbadener Adrian Metzger. Die Beiträge kann man sich hier anhören: bigFM.

bigINCLUSION ist eine Aktion der Bundesvereinigung Lebenshilfe in Kooperation mit dem Radiosender bigFM und der Krankenkasse Barmer GEK. Schüler mit und ohne Behinderung zwischen 14 und 20 Jahren wurden aufgerufen, eigene Radiobeiträge zum Thema Inklusion zu produzieren.

Große Themenvielfalt

Die Themenvielfalt der Beiträge war laut den Initiatoren groß: Die Jugendlichen haben zum Beispiel gerappt, sind unter die Talkmaster gegangen oder befragten Experten. „Ausschlaggebend für die Stephen-Hawking-Schule ist die gelungene Mischung aus Musik, Rap und Wortbeiträgen, die auf eigenen Erlebnissen der Podcast-Macher beruhen“, sagte die Bundesgeschäftsführerin der Lebenshilfe, Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust.

So sieht es auch bigFM Programmdirektor Karsten Kröger: „Der Schüler-Rap ist eine sehr kreative Arbeit, dem Hörer erschließt sich ein völlig neuer Blick auf das Thema Inklusion.“

Nicklas-Faust und Kröger saßen gemeinsam mit Peter Benzenhöfer, der selbst eine Behinderung hat, und dem Selbsthilfebeauftragten der BARMER GEK, Jens Krug, in der Jury. „Das Projekt zeigt: Dort, wo Menschen mit Behinderung einbezogen werden und das Zusammensein selbstverständlich ist, hat Diskriminierung keine Chance. Deshalb unterstützen wir die Aktion“, so Krug.

Unterrichtsmaterialien zum Thema Inklusion

Die Gewinner erhalten nun Preisgelder in Höhe von 3000 Euro für den ersten, 2000 Euro für den zweiten und 1000 Euro für den dritten Platz. Die Produzenten der zehn besten Podcasts werden außerdem zu einem Radio-Workshop ins bigFM-Studio nach Stuttgart eingeladen. Gemeinsam mit den Radioprofis entwickeln und gestalten die Schüler dann fünf Sondersendungen, die am 29. September und am 6., 13., 20. und 27. Oktober jeweils von 10 bis 11 Uhr auf bigFM zu hören sind.

Die Initiative bigINCLUSION geht über den reinen Radio-Wettbewerb hinaus: Als Angebot für Schulen und Interessierte stellt die Lebenshilfe ab sofort umfassende Unterrichtsmaterialien – hoffentlich ohne Steven – zum Thema Inklusion auf der Seite www.biginclusion.de zum kostenlosen Download bereit.

(PM, Fotos: Lebenshilfe)

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