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Herzensangelegenheit: Vibration statt Akustik

Technisch keine einfache Sache: Erstmals erhält ein Gehörloser in Sachsen-Anhalt ein Kunstherzsystem.

Herkömmliches Kunstherz

Erstmals hat in Sachsen-Anhalt ein gehörloser Patient ein Kunstherz erhalten. Seit 2006 werden in der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie sogenannte nicht pulsatile Kunstherzen implantiert. Ein Patient, der weder hören noch sprechen könne, stelle die Klinik vor eine besondere Herausforderung. Die Kunstherzen zeigten den alle zwölf Stunden notwendigen Batteriewechsel akustisch an. Außerdem gebe das Kunstherzsystem akustische Signale ab, wenn eine technische Störung vorliege, sagte der Kunstherzkoordinator Peter Müller heute in Halle.

Der 54-jährige Patient könne diese Signale aber nicht wahrnehmen. Darum sei nach einer Lösung gesucht worden, sagte Müller. Ein kleines Mikrofon nehme nun die Töne auf und wandle diese in ein Vibrationssignal um, das der Patient wahrnehmen könne. Außerdem leuchte zusätzlich ein Licht auf. Das Mini-Kunstherz hat keine Klappen, keinen pulsierenden Herzschlag und wird durch eine tragbare Batterie über ein Kabel mit Energie versorgt. Jährlich werden in Halle den Angaben zufolge davon mehr als ein Dutzend eingesetzt.

(dapd/Foto: NHLBI National Heart, Lung and Blood Institute)

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