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Hessische Staatspreise für behindertenfreundliches Design verliehen

Von einhändig bespielbarer Blockflöte bis Wohnwagenkonzept: Wie Produkte und Dienstleistungen Inklusion fördern können.

Detailaufnahme der einhändig bespielbaren Blockflöte (Foto: Mollenhauer)

Detailaufnahme der einhändig bespielbaren Blockflöte (Foto: Mollenhauer)

Das Land Hessen hat erstmals Staatspreise für behindertenfreundliches Design verliehen. Aus insgesamt 35 Bewerbungen hatte die Jury nach zwei Auswahlrunden fünf Preisträger ausgewählt. Die Entwürfe folgen dem „universellem Design“, das Produkte, Programme oder Dienstleistungen auch für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen zugänglich macht. Ausgelobt wurde die undotierte Auszeichnung vom Sozial- und vom Finanzministerium.

Einhändig Blockflöte spielen

Julia_300Eine Auszeichnung erhielt am Mittwoch im Museum Wiesbaden der Flötenbauer Mollenhauer aus Fulda. Die Firma hat eine Blockflöte konstruiert, die mit einer Hand zu spielen ist (Foto). Eine schöne, wenngleich keine brandaktuelle Innovation – bereits vor fünf Jahren hatte Mollenhauer sein Instrument vorgestellt.

Auch die barrierefreie Badezimmerausstattung der Firma Hewi aus Bad Arolsen und das Blindenleitsystem im Staatstheater Darmstadt wurden ausgezeichnet.

Für eine Raumspartür der Firma Krona Koblenz aus Pohlheim-Garbenteich und eine Dauerausstellung der Fachhochschule Frankfurt zu barrierefreiem Wohnen wurde eine Anerkennung ausgesprochen.

Nachwuchspreise für Studenten

Wohnwagen für behinderte Menschen: "Beyond" von Markus Kurkowski  (Foto:  Kurkowski)

Wohnwagen für behinderte Menschen: „Beyond“ von Markus Kurkowski (Foto: Kurkowski)

In der Kategorie des Nachwuchspreises wurden studentische Arbeiten prämiert. Den 1. Preis erhielt das Wohnwagenkonzept „Beyond“ von Markus Kurkowski (FH Frankfurt).

Der 2. Preis wurde an Ina Riedel (Hochschule für Gestaltung Offenbach) für eine elektronische Brille zum adaptiven Sehen vergeben. Das Wohnungsbaukonzept „village“ von Hans Hess (Hochschule für Gestaltung Offenbach) wurde mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Inklusion und Lebenswelten

Die Laudatio bei der heutigen Preisverleihung im Museum Wiesbaden hielt der Vorsitzende des Preisgerichts und Vize-Präsident der Hochschule für Gestaltung Offenbach, Professor Peter Eckart.

„Produkte, Programme und Dienstleistungen, die den Prinzipien des Universellen Designs folgen, fördern nachhaltig die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion bedeutet dabei, Lebenswelten zu schaffen, in denen Menschen mit und ohne Einschränkungen ihre Fähigkeiten optimal einbringen können“, sagte die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper.

(RP/dpa)

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