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Biathlon-Start von Andrea Eskau weiter offen

Nachrichtenticker Paralympics (Montag, 10. März 2014): Die traurige Geschichte des tapferen Kanadiers McKeever +++ Kritik an IOC-Chef Bach +++ Erneut schwere Stürze bei Alpinwettbewerben +++ Rekord bei verkauften Tickets

Biathlon-Start von Andrea Eskau weiter offen

Einen Tag nach ihrem Asthmaanfall ist weiterhin unklar, ob Andrea Eskau an diesem Dienstag ihren dritten Start bei den Paralympics in Sotschi absolvieren kann. Eine Entscheidung wird nach Auskunft von Karl Quade, Chef de Mission der deutschen Mannschaft, erst kurzfristig fallen. „Jetzt kann man weder ab- noch zusagen“, sagte der Teamleiter am Montag.

Die 42 Jahre alte Athletin vom USC Magdeburg hat im Biathlon über zehn Kilometer ihren dritten Start geplant. Am Sonntag war die querschnittgelähmte Athletin im Langlauf über zwölf Kilometer wegen eines Asthmaanfalls ausgestiegen, nachdem sie zum Auftakt Gold im Biathlon über sechs Kilometer gewonnen hatten. (dpa)

Als Trio zum Erfolg: McKeever ist nicht aufzuhalten und läuft mit zwei Helfern zum achten Gold

Brian McKeever (Foto: IPC)

Brian McKeever (Foto: IPC)

Brian McKeever hatte es auch nach dem Zieldurchlauf eilig. Die Ski in der einen und die Stöcke in der anderen Hand rannte Kanadas Langlauf-Star an Kameras und Mikrofonen vorbei in den Athletenbereich. Schon in der Loipe war der sehbehinderte 34-Jährige nicht aufzuhalten: Er hängte im klassischen 20-Kilometer-Langlauf die Gegner meilenweit ab und gewann am Montag bei den Paralympics in Sotschi seine achte Goldmedaille.

Groß rausgekommen war McKeever vor vier Jahren. Trotz seiner Sehbehinderung war er für die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver nominiert worden, wurde aber am Vorabend des 50-Kilometer-Rennens als Nummer fünf im Team aus der Startliste gestrichen. Bei den anschließenden Paralympics holte er dann dreimal Gold. Vor vier Jahren führte ihn sein Bruder Robin, der inzwischen sein Trainer ist.

In Sotschi nun brauchte er zwei Begleitläufer. Nach der Hälfte des Rennens löste Graham Nishikawa den ausgepumpten Erik Carleton ab. Dadurch tat sich ein unerwartetes Problem auf: Da auch die Helfer Medaillen bekommen, müssen erstmals drei goldene überreicht werden. „Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Es war eine Team-Medaille heute“, sagte McKeever, „aber es ist noch eine ganze Woche Zeit und wir versuchen, noch mehr Medaillen zu holen.“ Lesetipp: Die traurige Geschichte des tapferen Kanadiers („Welt“). (dpa)

Erneut schwere Stürze bei Paralympics-Alpinwettbewerben

Nach ihren schweren Stürzen bei den Paralympics von Sotschi sind die US-Monoskifahrerinnen Alana Nichols und Stephani Victor auf dem Weg der Besserung. Beide seien „bei Bewusstsein und ansprechbar“, teilte das US-Team am Montag mit. Die beiden hatten sich zuvor beim Super-G auf der Piste in Krasnaja Poljana in der Luft überschlagen und mussten per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Die Bayerin Anna Schaffelhuber hatte das Rennen gewonnen und ihre zweite Goldmedaille geholt. (dpa)

Paralympics in Sotschi erzielen Rekordwert bei verkauften Tickets

Bis zum Montag waren 287.000 Eintrittskarten verkauft. Damit wurde der bisherige Rekord von den Spielen in Vancouver vor vier Jahren um 57 000 Tickets übertroffen, teilte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) mit. (dpa)

Bundestags-Vizepräsidentin Roth kritisiert IOC-Chef Bach

Thomas Bach, nachdem er im September 2013 in Montreal (Argentinien) zum neunten IOC-Präsidenten gewählt wurde (Foto: dpa)

Thomas Bach, nachdem er im September 2013 in Montreal (Argentinien) zum neunten IOC-Präsidenten gewählt wurde (Foto: dpa)

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth hat IOC-Präsident Thomas Bach scharf kritisiert. „Dass Bach jetzt als Herr des IOC bei der Eröffnung der Paralympics mit Putin Champagner trinkt, das ist für mich unerträglich“, sagte die Grünen-Politikerin der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag) und sprach von einer „Verhöhnung der Opfer auf dem Maidan. Und auch der Menschen, die weltweit in der jetzigen Situation Angst haben“.

Angesichts der Lage auf der Krim hätte sie erwartet, dass der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) „darüber nachdenkt, ob die Paralympics, die ja von ganz großer Bedeutung für die Sportler sind, an einem Ort stattfinden können, der nur 500 Kilometer von der Ukraine entfernt ist“. Sie habe schon „außerordentlich bedauert“, dass sich Bach am Ende der Olympischen Winterspiele in Sotschi explizit bei Putin bedankt habe. „Den Dank an den Staatspräsidenten habe ich bei anderen Spielen so nie vernommen“, sagte Roth.

Bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics hatte Bach am vergangenen Freitag auf der Ehrentribüne neben dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin gesessen. Die Bundesregierung und Politiker zahlreicher weiterer Länder sowie Angehörige von Königshäusern hatten dagegen auf ein Reise nach Sotschi verzichtet. (dpa)

Schaffelhuber peilt bei Paralympics nächste Medaille an

Anna Schaffelhuber beim Training in Sotschi.(Foto: dpa)

Anna Schaffelhuber beim Training in Sotschi.(Foto: dpa)

Gut 48 Stunden nach ihrer ersten Goldmedaille bei den Paralympics von Sotschi peilt Anna Schaffelhuber (hier geht’s zum ausführlichen Porträt auf ROLLINGPLANET) das nächste Erfolgserlebnis an. Im Super-G der Frauen gehört die querschnittsgelähmte Monoskirennfahrerin am Montag (ab 7.00 Uhr MEZ) zu den Mitfavoritinnen.

Die 21-Jährige hat gute Erinnerungen an diese Paralympics-Disziplin: Vor vier Jahren bei den Spielen von Vancouver holte sie Bronze, ihre erste Medaille überhaupt.

Neben ihr starten Andrea Rothfuss und Anna-Lena Forster. Bei den Langläufern ruhen die deutschen Hoffnungen am dritten Wettkampftag auf Tino Uhlig und Vivian Hösch.

Und es hat geklappt: Anna Schaffelhuber rast zu zweitem Gold. (dpa)

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