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Heute nur Sieger: Auf den ersten und zweiten Blick

Donnerstag, 10. Oktober 2013: Einmal Humor und Pathos für die ROLLINGPLANET-Daumengymnastik.

Neu-Regisseurin Sheri Hagen (Foto: Filmverleih)

Neu-Regisseurin Sheri Hagen (Foto: Filmverleih)

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Daumen hoch


SHERI HAGEN

Heute neu im Kino: „Auf den zweiten Blick“. Es geht um Kay und Falk, Benjamin und Elena, Till und Pan – drei sehbehinderte Paare im Großstadtmoloch Berlin. Sie begegnen sich, entdecken einander und fühlen sich zueinander hingezogen. Auf den ersten Blick ein Behindertenfilm. Aber die in Nigeria geborene Regiedebütantin Sheri Hagen (45) betont: „Es ist kein Film über Blinde oder Sehbehinderte. Ich habe mir einfach eine Liebesgeschichte ausgedacht und verfilmt.“ Kritiker loben die humorvolle Interpretation des Themas. Für den Plot recherchierte die ausgebildete Musicaldarstellerin ein Jahr lang, sprach mit blinden und sehbehinderten Menschen, diskutierte mit ihnen das Drehbuch. Bei der Premiere in Hamburg am vergangenen Montag wurde das Ergebnis mit Audiodeskription gezeigt, das war Hagen wichtig: „Ich will Kultur zugänglich machen für alle. Das ist in Deutschland leider noch ein großes Manko, in Asien zum Beispiel es fast selbstverständlich, dass Blinde ins Kino gehen.“ Wir werden auf jeden Fall einen Blick auf den Film werfen.
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Daumen hoch


DIETER HALLERVORDEN

Noch ein Grund, heute ins Kino zu gehen (falls man seinen Humor mag): „Didi“ ist wieder da. Spontan fällt uns zunächst Wilfried Bertram ein. Beim Berlin Marathon 2009 sagte der damals 82-jährige und heute immer noch aktive Handbiker auf die Frage, wie lange er denn noch Marathon fahren wolle, den legendären Satz: „Bis Hundert, dann fahre ich nur noch den Halbmarathon“.
Der Berlin Marathon diente als Filmkulisse, bei dem heimlich mitgedreht wurde: Der 78-Jährige Dieter Hallervorden läuft „Sein letztes Rennen“ als Paul Averhoff, ein fiktiver Olympia-Goldmedaillengewinner von 1958, der im Seniorenheim lebt und dessen großes Ziel es ist, trotz fortgeschrittenen Alters erneut einen Marathon zu gewinnen. Daraus wird auf den zweiten Blick eine Anklage gegen die Gesellschaft, die betagtere Menschen nicht mehr ernst nimmt. „Nie stehen bleiben. Wer stehen bleibt, hat schon verloren“, sagt Alverhoff im Film (mit Heike Makatsch als Tochter). Im richtigen Leben sagt Hallervorden: „Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen.“ Klingt nach viel Pathos. Aber dagegen hat ROLLINGPLANET ja noch nie etwas gehabt.
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In den kommenden Tagen testen wir diese neue Rubrik „Sieger & Verlierer“, die künftig mehrmals in der Woche auf ROLLINGPLANET erscheinen soll.



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