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Hier kommt ein Engel: Tine aus Mühlacker

Engelfaktor:

Vor einigen Jahren dachte ich noch, dass die Erfüllung meines Lebens daran bestehen würde, einen „guten“ Job zu haben und gutes Geld zu verdienen. Nicht verwunderlich also, dass ich nach meinem Abitur angefangen habe, Jura zu studieren.

Wie so viele es mir prophezeit hatten, musste auch ich nach einiger Zeit feststellen, dass es mir eben nicht reichte, dass mir all das nicht genug war. Ich wollte etwas ändern, einen Unterschied machen, etwas tun, bei dem ich am Abend wusste, was ich getan hatte.

Ich entschloss mich, mein Studium Studium sein zu lassen, und letztendlich landete ich in der Altenpflege, ein Schritt, den ich – ich müsste lügen, wenn ich etwas anderes behaupten würde – schon oft bereut habe.

An manchen Tagen, an denen man nach Hause kommt, an denen man angespuckt, angeschrieen wurde, an denen einem der Rücken weht tut, an denen man von Ärzten oder Angehörigen wie Dreck behandelt wurde, weil man ja „nur“ Altenpflegerin ist, an jenen Tagen, an denen man Dinge über Menschen erfährt, die man besser nicht gewusst hätte, an all diesen Tagen frage auch ich mich, warum ich all das eigentlich tue. Warum ich all das gegen einen sauberen schwarzen Anzug, auf den niemand Essen wirft, ein sauberes Büro und freie Wochenenden getauscht habe.

Warum ich noch immer meine Ausbildung mache und nicht längst alles an den Nagel gehängt habe, um eine „angenehmere“ Ausbildung zu machen oder gar mein Jurastudium wieder aufnehme? Nun, diese Tage, so schlimm sie manchmal auch sein mögen, sie sind es nicht, die überwiegen.

Auch wenn der Zeitdruck, der heutzutage in der Pflege herrscht, uns die schönen Momente meist ignorieren oder vergessen lässt, sind es doch die, die mich durchhalten lassen, die mir zeigen, dass ich genau hier richtig bin.

Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen, die Dinge verändern. Vielleicht verändert es nicht die Welt, wenn eine demente Frau, die nichts mehr tut, wieder selbstständig essen kann, wenn man einem fixierten Mann die Möglichkeit gibt, sich auch einmal frei zu bewegen, wenn man eine Sterbende so waschen kann, dass sie nicht vor Schmerzen schreien muss, wenn man all jene Menschen auf dem letzten Stück ihres Weges begleiten kann, wenn man bei ihnen ist, selbst während des letzten Ganges, aber eines ist sicher, es kann die Welt eines einzelnen Menschen verändern.

Und das ist auch der Grund, warum ich auch nach einem dieser schlimmen Tage am nächsten Morgen aufstehen kann, um dem neuen Tag eine neue Chance zu geben.

Was meine Hobbys angeht, bin ich doch recht langweilig, ich bin ein Film-Freak, es gibt’s nichts Besseres als mit einer Tüte Popcorn im Kino zu sitzen und sich von den Leindwaldhelden/heldinnen in fremde Welten entführen zu lassen.

Einmal ganz davon abgesehen verreise ich sehr gerne, gehe gerne tanzen, aber auch einkaufen.

Alter: 25, Beruf: Ausbildung zur Altenpflegerin

Sedcard:

Größe (cm): 173, Haarfarbe: braun, Augenfarbe: blau


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