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Hightech soll selbständig machen – Pflegepersonal adé?

Biometrisches Armband und cleverer Kühlschrank erleichtern Alltag: Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen haben Systeme entwickelt, die älteren Menschen und Behinderten helfen sollen.

Nürnberg (pte.) – Zu den Produkten gehören unter anderem ein Armband, das biometrische Daten misst und im Notfall sofort eine Klinik alamiert. Ein intelligenter Teppichboden, der Alarm aussendet, wenn jemand fällt, oder ein Kühlschrank, der automatisch Lebensmittel nachbestellt, sollen ebenfalls Ältere unterstützen.

Pflegepersonal entlasten

„Wir werden in Zukunft keine andere Möglichkeit haben, als technische Unterstützung bei der Betreeung einzusetzen, da ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal oder Angehörige fehlen“, sagt Oliver Schöffski, Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement an der FAU und einer der Initiatoren des Projekts. Das Pflegepersonal soll nicht komplett ersetzt werden, es soll vielmehr technisch unterstützt werden, erklärt Schöffski. „Ambient Assisted Living“ lautet der Fachbegriff für die intelligenten Systeme. Solche Assistenz-Systeme haben sich auf dem Markt aber noch nicht nicht durchgesetzt.

Mangelnde Akzeptanz neuer Technik bei älteren Menschen, die Kosten und Sorgen um den Datenschutz schränken ihren Einsatz ein. „Durch technische Unterstützung soll die Selbstständigkeit und das selbstbestimmte Leben von Älteren aufrechterhalten werden, das kann erst einmal kein schlechtes Ziel sein“, sagt Schöffski. Jede Technologie habe ein bestimmtes Missbrauchspotenzial. Für einen dementen Patienten könne es aber sinnvoll sein, wenn er ein mobiles Ortungsgerät bei sich trage. So könne er immer lokalisiert werden.

Debatte über Missbrauch

„Hier gibt es natürlich auch Missbrauchspotenzial, was durch geeignete technische und gesetzliche Rahmenbedingungen möglichst minimiert werden sollte“, sagt Schöffski im Gespräch mit pressetext. An der FAU gibt es ein Weiterbildungsangebot zum Thema Ambient Assistent Living. „Das Weiterbildungsangebot, das wir entwickeln, zielt explizit nicht darauf ab, den Teilnehmern neue Technik vorzustellen“, erläutert Schöffski. „Stattdessen wollen wir zum Beispiel institutionelle Hemmnisse bei der Nutzung der Technologien thematisieren, Fragen zur Finanzierbarkeit und zur Zulassung neuer Systeme klären, aber auch Möglichkeiten zu Vertrieb und Vermarktung aufzeigen.“

Foto (pixelio.de, Rings): Leerer Kühlschrank – das System bestellt selbst Waren nach

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