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Hilfe, die Grünen wollen unserem Lothar das Steak wegnehmen

Viele Bundesbürger, vor allem Männer, essen mehr Fleisch als empfohlen. Die Grünen fordern einen vegetarischen Tag pro Woche.

Neue beste Freundin von ROLLINGPLANET-Redakteur Lothar Epe: Katrin Göring-Eckardt (Foto: dpa)

Neue beste Freundin von ROLLINGPLANET-Redakteur Lothar Epe: Katrin Göring-Eckardt (Foto: dpa)

Werden künftig einmal pro Woche in der Mittagspause die Gyros-Buden voll sein mit hungrigen und schlechtgelaunten Menschen, die aus ihrem Büro und vor Tofu und Kohlrabi flüchten? Eines steht fest: ROLLINGPLANET-Redakteur Lothar Epe, bekennender Kannibale, sollte jetzt schnell sein Steak runterschlucken, bevor Frau Göring-Eckardt es ihm vom Teller haut. Falls er nicht ein ärztliches Attest vorzuweisen hat, dass er als Polionaut unbedingt auf seine tägliche Dosis Fleisch angewiesen ist.

Denn die Grünen machen ihrem Namen alle Ehre und bereiten Epe Alpträume: Sie machen sich für einen fleischlosen Tag pro Woche in Deutschlands Kantinen stark. So sei gut vorstellbar, dass es jeden Donnerstag nur vegetarische Gerichte gebe, sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Montag in Berlin.

Endlich ein Reizthema im Bundestagswahlkampf

Dies werde bereits in mehreren Städten wie Bremen und in Unternehmen so gehandhabt. Bundesregierung und FDP warfen den Grünen Bevormundung der Bürger vor. Damit ist das Reizthema Ernährung im Bundestagswahlkampf angekommen.

„Man muss nicht jeden Tag zwei Burger essen“, sagte Göring-Eckardt. Dies entspreche ungefähr dem durchschnittlichen Fleischkonsum der Bundesbürger – nämlich rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Weniger Fleisch zu essen sei gut für die Gesundheit, den Tier- und den Klimaschutz.

60 Prozent der Deutschen dafür?

Zwang hin zum Veggie Day solle es keineswegs geben, betonte Göring-Eckardt. Allerdings könne sie sich vorstellen, dass die Politik es fördere, wenn der Speiseplan an diesen Tagen abwechslungsreich gestaltet werde. Früher habe es in vielen Familien mindestens freitags kein Fleisch gegeben; ein Veggie Day sei eine moderne Form dieser Tradition.

Fraktionschefin Renate Künast sagte der Deutschen Presse-Agentur, als erstes solle es um die öffentlichen Kantinen gehen. So eine Initiative werde gut ankommen: 60 Prozent der Deutschen seien zu weniger Fleischkonsum bereit. „Es wird ja niemandem etwas verboten.“ Das Thema hatte zunächst die „Bild“-Zeitung (Montag) aufgebracht.

Öffentliche Kantinen sollen vorangehen

Bereits im Ende April beschlossenen Programm für die Bundestagswahl betonten die Grünen, der hohe Fleischkonsum erzwinge Massentierhaltung. „Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein Veggie Day sollen zum Standard werden.“

FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle sagte „Bild“ für ihre morgige Ausgabe, die Menschen seien klug genug, selbst zu entscheiden, wann sie Fleisch und Gemüse essen. „Menschen ständig Vorschriften zu machen, ist nicht mein Verständnis von Freiheit und Liberalität.“ Brüderle: „Was kommt als nächstes? Jute-Day, Bike-Day, Green-Shirt-Day?“

Bevormundung oder nicht?

Auch Bundesernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) wandte sich gegen den Grünen-Vorstoß. „Wir halten generell wenig von Bevormundungen“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Am Ende brauchen wir eine ausgewogene Ernährung. Da gehört Fleisch dazu.“ (Na ja, die kriegt man auch, wenn man einmal pro Woche auf sein Steak verzichtet, gibt selbst ROLLINGPLANET-Lothar zu).

Die Bundesregierung habe eine ganze Menge unternommen, den Kantinen Empfehlungen zu geben. Ernährung sei auch eine Frage von Grundwerten. Der Bund unterstütze, dass in Deutschland immer weniger Fleisch konsumiert werde.

Vor allem Männer essen zu viel Fleisch

Erst im Februar hatte die Techniker Krankenkasse eine Studie vorgestellt, nach der viele Bundesbürger nach wie vor viel mehr Fleisch und Wurst essen als empfohlen – vor allem Männer. Während nur vier von zehn Frauen täglich Wurst oder Fleisch zu sich nehmen, sind es demnach sechs von zehn Männern.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt seit langem, sich vorwiegend mit pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren. Laut einer vom Umweltverband WWF herausgegebenen Studie bewirkt hoher Fleischkonsum zudem viel Landverbrauch und weit mehr Treibhausgase als pflanzliche Ernährung. „Es geht tatsächlich auch ohne“, sagte Göring-Eckardt. Ob der Donnerstag oder etwa der Freitag fleischlos bleibe, sei egal.

(RP/Basil Wegener/dpa)

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2 Kommentare

  • Lothar Epe

    also, das mit meiner Stimme für die Grünen überlege ich mir dann aber noch mal sehr gut….

    5. August 2013 at 14:33
  • Monika Schwaiger

    Grün ist absolut unwählbar. Apropos: Im Christlichen Glauben gibt es den fleischlosen Tag schon lange.

    5. August 2013 at 15:55

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