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Hohe Stimme kann auf Demenzpatienten aggressiv wirken

Außerdem sollte man sich in ihrer Anwesenheit nicht aufs Ohr hauen. Was man sonst noch beachten sollte, wenn man mit Betroffenen spricht.

Kommunikationstrainerin Svenja Sachweh (Foto: privat)

Der Klang der Stimme kann auf Demenzkranke erheblichen Einfluss haben. „Spricht jemand mit einer hohen Stimme und eher schnell, wird das von den Erkrankten als Aggression verstanden“, sagt Kommunikationstrainerin Svenja Sachweh, die sich auf das Gebiet der Altenpflege spezialisiert hat.

Deshalb sollte man darauf achten, die Betroffenen möglichst in einer tiefen Klanglage anzusprechen. Als Gedankenstütze könne man sich vorstellen, wie man Kindern eine Geschichte vorliest. „Da verstellt man fast automatisch seine Stimme, wenn man in verschiedene Rollen schlüpft“, sagt Sachweh.

Vorsichtig sollten Pflegende mit der Verwendung von Sprichwörtern und Redewendungen sein. Denn Demenzkranke verstehen diese Ausdrücke oft wörtlich und können sie nicht mehr aus dem Kontext heraus erfassen, etwa „sich aufs Ohr hauen“. Wendungen wie diese verwirrten sie zusätzlich, warnt Sachweh, die 2002 den Oskar-Kuhn-Preis „für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gesundheitskommunikation“ erhielt.

Auch beliebte Redewendungen wie „Schätzle, hinsetzen! …. Noch ein Löffelchen?“ sollten in der Altenpflege möglichst unterbleiben, so Sachweh. Weitere Informationen finden sich auf ihrer Webseite: talkcare.de

(dpa/tmn)

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