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Holger Nikelis als Nummer eins der Welt zur Europameisterschaft

Vom 28. September bis zum 4. Oktober 2013 finden im italienischen Lignano Sabbiadoro die Wettkämpfe im Para-Tischtennis statt.

Holger Nikelis bei den Paralympics 2012 in London (Foto: Andreas Geist/BSNW)

Holger Nikelis bei den Paralympics 2012 in London (Foto: Andreas Geist/BSNW)

Er ist amtierender Paralympicssieger und aktueller Weltranglistenerster in der Wettkampfklasse I: Keine Frage, der Kölner Holger Nikelis reist als Titelfavorit zu den Europameisterschaften im Rollstuhl-Tischtennis nach Italien.

Das „Unternehmen Gold“ beginnt für den 35-Jährigen am Samstag, 28. September, in Lignano an der italienischen Adriaküste. Finaltag der Einzelwettbewerbe ist am Montag, 30. September, ehe es nach einer eintägigen Wettkampfpause mit den Teamwettbewerben weitergeht.

Kurze Wege für die Sportler

Lignano ist für Nikelis kein unbekanntes Pflaster. Alljährlich finden dort die „Italian Open“ statt. Das internationale Turnier konnte der Tischtennisspieler bereits zwei Mal im Einzel für sich entscheiden: 2011 und 2012. In diesem Jahr holte er dort die Silbermedaille. „Die Lage der Wettkampfstätte in Lignano ist ideal. Die Halle ist nur etwa 100 Meter vom Hotel entfernt, die kurzen Wege erleichtern vieles“, sagt Nikelis.

Intensiv habe er sich in den vergangenen Wochen auf den Höhepunkt des Jahres vorbereitet. „Ich fühle mich in guter Form“, sagt der Rheinländer, der bereits zum siebten Mal in seiner überaus erfolgreichen Karriere an Europameisterschaften teilnimmt. Vier Mal (2009, 2005, 2003, 2001) holte sich Nikelis die Goldmedaille im Einzel, drei Mal (2009, 2007, 2005) mit der Mannschaft.

„Meiner Favoritenrolle gerecht werden“

Titelverteidiger in Lignano indes ist in diesem Jahr ein anderer: Bei den Europameisterschaften 2011 im kroatischen Split hatte sich Nikelis ärgster Widersacher der vergangenen Jahre, der Österreicher Andreas Vevera, den Titel geholt. Nikelis selbst hatte überraschend im Viertelfinale gegen den Italiener Andrea Borgato die Segel streichen müssen. „Das soll sich natürlich möglichst nicht wiederholen. Dieses Mal möchte ich meiner Favoritenrolle gerecht werden und wieder Gold holen“, sagt er selbstbewusst.

Doch den Titel haben auch noch andere Spieler im 16er-Starterfeld im Visier. Da ist neben dem amtierenden Europameister Vevera etwa der Franzose Jean-Francois Ducay zu nennen, Silbermedaillengewinner bei den Paralympics 2012 in London und aktueller Weltranglistendritter.

Und auch die Briten Robert und Paul Davies, Nummer fünf und sieben in der Welt, sind laut Nikelis nicht zu unterschätzen. „Die Leistungsdichte in Europa in der Wettkampfklasse I ist enorm hoch. Wir alle kennen uns seit vielen Jahren, da ist einiges möglich.“

Mit Heimtrainer und Bundestrainer

Volker-Ziegler1Deshalb hat der Rechtshänder in den vergangenen Monaten zusammen mit seinem Heimtrainer Michael Meißner hart an sich gearbeitet. Am vergangenen Wochenende holte sich Nikelis zudem im Kreise des gesamten EM-Kaders und unter Regie des Bundestrainers Volker Ziegler (Foto) in Lobbach den letzten Feinschliff (siehe Kasten unten).

Und auch mit seinem Teamkollegen Marcus Sieger trainierte er im Rahmen eines Lehrgangs in Köln. Das Duo tritt erstmals gemeinsam bei einer internationalen Großveranstaltung an. „Wenn es optimal läuft, ist eine Medaille für uns drin“, sagt Nikelis.

Europameisterschaften in Lignano (28.9.-4.10.2013)


London 2012 Paralympic Games
Jochen Wollmert jubelt bei den Paralympics 2012 in London über Gold (Foto: dpa)

Der Deutsche Behinderten-Sportverband hat 23 Athletinnen und Athleten für die kontinentalen Meisterschaften nominiert, darunter neben etablierten Erfolgsgaranten wie Holger Nikelis, Thomas Schmidberger und Jochen Wollmert auch viele junge Sportler/innen aus dem in diesem Jahr neu ins Leben gerufenen C-Kader.

Bundestrainer Volker Ziegler hat mit der Mannschaft eine gute Vorbereitung hinter sich und hofft auf ein gutes Abschneiden in der nahe Venedig gelegenen Austragungsstätte: „Wir hatten von Freitag bis Sonntag einen letzten zielgerichteten Lehrgang in Lobbach, die Form und die Stimmung im Team sind hervorragend“, so Ziegler. „Nun überwiegt die freudige Erwartung auf eine hoffentlich gelungene EM.“

Die Wettkämpfe starten vom 28.-30. September mit den Einzelwettbewerben und gehen dann nach einem Ruhetag am 2. Oktober mit den Team-Wettbewerben weiter. Unter dem folgenden Link wird von den Europameisterschaften auch live übertragen: webtv.fitet.org

Das deutsche Aufgebot in Lignano:

Herren:
Holger Nikelis (WK 1)
Markus Sieger (WK 1)
Thomas Schmidberger (WK 3)
Thomas Brüchle (WK 3)
Jan Gürtler (WK 3)
Valentin Baus (WK 5)
Selcuk Cetin (WK 5)
Jörg Didion (WK 5)
Thomas Rau (WK 6)
Thomas Kusiak (WK 6)
Tim Laue (WK 6)
Jochen Wollmert (WK 7)
Thorsten Schwinn (WK 7)
Dennis Freye (WK 7)
Johannes Urban (WK 8)
Joshua Wagner (WK 8)
Yannik Rüddenklau (WK 9)
Michael Roll (WK 10)

Damen:
Sandra Mikolaschek (WK 4)
Stephanie Grebe (WK 6)
Juliane Wolf (WK 8)
Lena Kramm (WK 9)
Marlene Reeg (WK 10)

Bundestrainer: Volker Ziegler
Co-Trainer: Hannes Doesseler, Karl-Heinz Weber, Michele Comperato, Andreas Escher, Fabian Lenke
Physiotherapie: Angelika Lütkenhorst-Weibring, Cornelia Blase

(PM)


Themenspezial Para-TT-Europameisterschaften in Lignano (28.9.– 4.10. 2013)
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