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Darf man Witze über Menschen mit Behinderung machen?

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Jenaer Studentenwohnheim barrierefrei +++ Zahnpasta +++ Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ zahlt Entschädigung +++ Bayern München


TAGEBUCH
SONNTAG, 26. NOVEMBER 2017
Humor

Hubbe: „Entscheidend für mich ist, ob der Witz gut ist und nicht, wer ihn gemacht hat.“

Philipp Hubbe bei der Eröffnung einer Ausstellung mit seinen Cartoons (Archivfoto: dpa)

Darf man Witze über Menschen mit Behinderung machen? Natürlich, sagt ROLLINGPLANET seit jeher, und auch der bekannte Cartoonist Phil Hubbe (hat Multiple Sklerose, hier gibt es ein ausführliches Porträt) antwortet in einem Interview:

„Gegenfrage: Warum nicht? Man macht über alle möglichen Sachen Witze, auch über Ethnien. Meine Zeichnungen müssen nicht jedem sein Ding sein. Mann ist ja aber auch nicht gezwungen, sie anzuschauen oder meine Bücher kaufen.“

Hubbe auf die Frage „Haben Sie durch ihre MS-Erkrankung das Recht, diese Witze machen zu dürfen?“: „Entscheidend für mich ist, ob der Witz gut ist und nicht, wer ihn gemacht hat. Zudem: Wenn man sagt, dass nur Behinderte Witze über Behinderte machen dürfen, wäre dies eine weitere Art der Ausgrenzung. Es ist aber tatsächlich so, dass es viele Betroffene gibt, die mir sagen, ,du darfst das‘.“ Watson

FREITAG, 24. NOVEMBER 2017
Ex-Paralympicsstar

Gericht verlängert Haft für Pistorius um mehr als sieben Jahre

Oscar Pistorius im Gerichtssaal (Archivfoto: dpa)

Oscar Pistorius im Gerichtssaal (Archivfoto: dpa)

Oscar Pistorius wurde 2016 nach spektakulärem Prozess wegen der Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp für sechs Jahre in den Knast geschickt. Die Staatsanwaltschaft hatte dies damals als „schockierend milde“ bezeichnet und Berufung eingelegt. Mit Erfolg: Das oberste Berufungsgericht Südafrikas hat die Strafe für den früheren Spitzensportler mit Prothese auf 13 Jahre und fünf Monat Gefängnis erhöht – mehr als sieben Jahre extra im Vergleich zum bisherigen Urteil. (RP)

DONNERSTAG, 23. NOVEMBER 2017
Thüringen

Jenaer Studentenwohnheim nach Renovierung wiedereröffnet

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) (Pressefoto)

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) (Pressefoto)

In Jena ist das Studierenden-Wohnheim an der Schlegelstraße 2 nach einer Grundsanierung offiziell wieder eröffnet worden. 89 Einzelappartements mit barrierefreiem Zugang sind bereits seit Beginn des Wintersemesters wieder bewohnbar. Mehr als eineinhalb
Jahre wurde an dem Gebäude gebaut.
„Moderner Wohnraum zu bezahlbaren Preisen ist ein wichtiger Beitrag zur Attraktivität des Hochschulstandorts Thüringen“, erklärte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bei der heutigen Eröffnungsfeier. (RP/dpa/th)

MITTWOCH, 22. NOVEMBER 2017
Stiftung Warentest

„Sehr gute“ Zahnpasta gibt es schon für 65 Cent – vier Produkte überzeugen

Zahnpasta (Foto: Alexandra H./pixelio.de)

Zahnpasta (Foto: Alexandra H./pixelio.de)

Fünfundsechzig Cent – mehr müssen Kunden nicht für eine „sehr gute“ Zahnpasta zahlen. So lautet das Ergebnis der Stiftung Warentest nach einem Vergleich von 28 Zahncremes. Demnach halten die meisten, was sie versprechen. 4 erhielten die Bestnote, darunter die günstige Signal Kräuterfrische, Colgate Total Fresh Stripe, Blend-a-med Complete Protect Expert sowie Odol-med 3 Extreme Clean Tiefenreinigung.
Entscheidend für ein gutes Putzergebnis ist der Fluoridgehalt. Fluoridsalze schützen nämlich vor Karies. Zwei Pasten, die auf Fluorid verzichten, fallen daher im Test durch. Neben dem Fluoridgehalt untersuchten die Tester auch den Abrieb der Produkte. Zahnpasta enthält meist winzige Putzkörperchen, die Beläge abschmirgeln. Wer freiliegende Zahnhälse hat, sollte eine Pasta mit feinem Abrieb verwenden, raten die Tester. (dpa/tmn)

DIENSTAG, 21. NOVEMBER 2017
Thüringen

Erste Zahlungen für Opfer aus Behindertenheimen und Psychiatrien

Sozialministerium Thüringen (Foto: Freistaat Thüringen)

Sozialministerium Thüringen (Foto: Freistaat Thüringen)

Erstmals haben in Thüringen Betroffene Entschädigungszahlungen aus dem bundesweiten Hilfsfonds für Opfer von Schikane und Qual in Behindertenheimen und Psychiatrien erhalten. Einer Frau und drei Männern wurde jeweils 9000 Euro ausgezahlt, wie das Thüringer Sozialministerium mitteilte.
In drei Fällen wurde zusätzlich eine Rentenersatzleistung von 3000 oder 5000 Euro gezahlt. Die Höhe richte sich nach dem Grad der Betroffenheit, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Weitere sieben Fälle seien bereits bearbeitet.
Zahlungen aus dem Fond der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ sollen Menschen erhalten, die als Minderjährige in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie Leid erfahren haben und noch heute unter Folgewirkungen leiden. Es geht um die Zeit von 1949 bis 1975 in Westdeutschland und von 1949 bis 1990 in der DDR.
Etwa elf Monate nach dem Start des Hilfsfonds sind in Thüringen bisher etwa 130 Anträge eingegangen. Experten gehen aber von bis zu 2000 Betroffenen im Freistaat aus. Möglich ist laut Ministerium, dass es vielen Menschen schwer falle, über das Erlebte zu sprechen. Den Antragsstellern wird deshalb auch die Möglichkeit geboten, das Erlebte in Beratungsgesprächen mit Fachpersonal aufzuarbeiten. (dpa/th)

MONTAG, 20. NOVEMBER 2017
Engagement

Hopfner als Vorsitzender des Hilfe-Vereins beim FC Bayern bestätigt

FCB-Trio: Karl Hopfner, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge (Archivfoto: Sven Hoppe/dpa)

FCB-Trio: Karl Hopfner, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge (Archivfoto: Sven Hoppe/dpa)

Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München hat den Vorstand seines karitativen Vereins FC Bayern Hilfe eV bestätigt. Bei der Mitgliederversammlung am Wochenende wurde Karl Hopfner als Vorsitzender ebenso wiedergewählt wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge als Stellvertreter. Das gaben die Münchner heute bekannt. Den Verein, der mit Spenden in Not geratenen Menschen und dabei vor allem Menschen mit Körperbehinderung hilft (wie zum Beispiel hier), gibt es seit zwölf Jahren. (dpa)

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