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Horror-Zustände in Behinderten-Heim in Ungarn aufgedeckt

Zwangsjacke, offene Wunden, Unterernährung: Bewohner wurden gefoltert und misshandelt.

Ein ans Bett gefesselter Junge. (Foto: MDAC)

Ein ans Bett gefesselter Junge. (Foto: MDAC)

Das ungarische Sozialministerium hat nach dem Bekanntwerden von schweren Missständen in einem staatlichen Behindertenheim dessen Leiter entlassen. Zudem werde die Anstalt Tophaz in Göd bei Budapest „in nächster Zukunft“ geschlossen, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Am Tag zuvor hatte Team Wallraff das Zentrum für den Schutz der Rechte von geistig Behinderten (MDAC), eine ungarisch-britische Zivilorganisation, einen schonungslosen Bericht über die Zustände in dem Heim vorgelegt. Bei einem Besuch habe das MDAC-Team Fälle von Folter und Misshandlung von Bewohnern festgestellt.

Systemversagen

Unter anderen habe das Team beobachtet: „Menschen mit multiplen Behinderungen in einem Käfigbett aus Metall, Isolierung und körperliche Fixierung hinter verschlossenen Türen, ein Junge in einer selbst gemachten Zwangsjacke, unbehandelte offene Wunden und Anzeichen von Unterernährung“.

Die Missstände seien „Ergebnis eines Systemversagens in der Gesetzgebung, Politik und Regulierung sowie des Mangels an wirksamen und unabhängigen Kontrollen“, sagte MDAC-Kampagnendirektor Steven Allen bei der Präsentation des Berichts.

Details: Bericht MDAC (englisch)

(dpa)

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