Hüppe warnt vor Forschungsexperimenten an Menschen mit geistiger Behinderung

Umstrittenes Gesetzesvorhaben – der CDU-Politiker verteidigt behinderte Menschen gegen den Fachverband der Psychiater.

CDU-Bundestagsabgeordneter Hubert Hüppe (Foto: Hüppe)

CDU-Bundestagsabgeordneter Hubert Hüppe (Foto: Hüppe)

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat heute eine Stellungnahme „zur fremdnützigen Forschung an nichteinwilligungsfähigen Personen“ veröffentlicht (hier im Original bei der DGPPN nachzulesen). Der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (CDU), Berichterstatter für Medizinethik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, hält dagegen. ROLLINGPLANET dokumentiert die Replik des ehemaligen Behindertenbeauftragten der Bundesregierung:

Die Psychiatrie-Fachgesellschaft DGPPN beklagt, dass die derzeit geplante gesetzliche Regelung zur fremdnützigen Forschung an nichteinwilligungsfähigen Personen aufgrund der vorgesehenen Bedingungen solche Forschung an Menschen mit geistigen Behinderungen unmöglich macht.

Diese Kritik zeigt, dass die heute diskutierte gesetzliche Lockerung ein bioethischer Türöffner ist für fremdnützige Forschung auch an Personen, die niemals vorher in der Lage waren, eine grundsätzliche Zustimmung zu erteilen.

Dies bestätigt die Befürchtung, dass der vermeintlich eng begrenzbare Tabubruch weitere Forderungen nach fremdnütziger Forschung an weiteren Gruppen von Nichteinwilligungsfähigen nach sich zieht, wie z.B. Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.

Erschreckend ist auch, dass Ärzte ihre nichteinwilligungsfähigen Patienten fremdnütziger Forschung aussetzen wollen.

Im Übrigen ist der Psychiatrie-Fachgesellschaft DGPPN zuzustimmen, wenn sie ausdrücklich davor ,warnt, eine so sensible, die Patientenautonomie betreffende Neuregelung überstürzt zu treffen‘, und eine breiten gesellschaftlichen Dialog fordert.

ROLLINGPLANET berichtete in den vergangenen Tagen bereits über das geplante Gesetzesvorhaben, siehe dazu die Links unten.

(RP/PM)

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