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Hurra, 15 Kinder mit Down-Syndrom umgebracht

Da klingelt es in der Kasse: In den vergangenen drei Monaten haben rund 1000 Schwangere den umstrittenen Bluttest von LifeCodexx genutzt.

Das macht Ihr prima, LifeCodexx! (Foto: Benjamin-Thorn/pixelio.de)

Rund 1000 schwangere Frauen haben den umstrittenen vorgeburtlichen Bluttest auf das Down-Syndrom in den drei Monaten nach Markteinführung genutzt. Das teilte der Konstanzer Hersteller LifeCodexx heute mit. Zuvor sei bei ihnen ein erhöhtes Risiko für eine Trisomie 21 beim ungeborenen Kind festgestellt worden.

Bei einem Testpreis von 1.249 Euro hat LifeCodexx damit bislang einen Umsatz von 1.249.000 Euro oder umgerechnet monatlich 416.333 Euro gemacht.

Bei 97 Prozent der Frauen habe der Test keinen Hinweis auf das Down-Syndrom gebracht. Bei 1,5 Prozent der bisher untersuchten Blutproben habe eine Trisomie 21 beim Fötus vorgelegen. ROLLINGPLANET vermutet: Damit wurden 15 Kinder mit Down-Syndrom um die Ecke gebracht, macht pro Monat fünf Behindis weniger. Herzlichen Glückwunsch, liebe Fast-Eltern, denen wir das hier empfehlen.

Auch Trisomien 13 und 18 bald feststellbar

Mehr als 150 Praxen und Kliniken in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz bieten den Test dem Hersteller zufolge inzwischen an. Zudem hätten mehrere private Krankenkassen in Deutschland die Kosten dafür übernommen. Firmenchef Michael Lutz kündigte an, dass der Test in Kürze auch die Trisomien 13 und 18 feststellen werden könne.

Ein Verbot des umstrittenen Bluttests hatte unter anderem der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, gefordert. Nach seiner Argumentation ist der „Praena-Test“ nicht mit geltendem Recht – etwa zur Menschenwürde – vereinbar.

(dpa/RP)

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3 Kommentare

  • Willi Schroeder

    Wie schon erwähnt, es darf munter selektiert werden … Herzlich Willkommen im vierten Reich …

    15. November 2012 at 21:44
  • Anna Weis

    İch warne ausdrücklich davor, werdende Eltern so zu verurteilen weil sie eine schwere, ihnen obliegende Entscheidung fällen müssen.
    Ich habe mit 23 Jahren ein Kind mit down-syndrom bekommen und liebe es so sehr,
    aber mit welchem Recht urteilt ihr über die, die sich das nicht zutrauen, ein solches Kind durch alle Höhen und Tiefen,Verspottungen und gesellschaftliche Problematiken zu begleiten?
    Ich habe vier Kinder und eines hat Down, ich sage aber das man eine Mutternicht dazu zwingen sollteein behindertes Kind auszutragen, es ist keine „Ehre“, kein „Glück“ so geboren zu werden, was wenn noch ein schweres kardiologisches Problem hinzukommt?
    Schaut einem zigfach operierten, gequälten menschlichen Wesen in die Augen und sagt ihm nochmal voller Inbrunst, dass sein Leben großartig ist!
    Eines scheint ihr zu vergessen- Dieser Bluttest ist zu 100% sicher, es werden also keine Feten abgetrieben die „vielleicht“ betroffen sind.
    Keiner darf sich in die Entscheidung einer werdenden Mutter einmischen, zu sagen- krieg das Kind!- ist leicht, aber wer nimmt der Mutter dann die Erziehung eines schwerbehinderten Kindes ab?

    28. Dezember 2012 at 23:51
  • Tamara Neubert

    Diesen Artikel finde ich nicht grade toll, grade dieser Satz hier:Damit wurden 15 Kinder mit Down-Syndrom um die Ecke gebracht, macht pro Monat fünf Behindis weniger. Herzlichen Glückwunsch, liebe Fast-Eltern, denen wir das hier empfehlen.
    Ich finde es nicht richtig das ihr euch anmaßt über diese Fast Eltern her zuziehen. Und nen Link vom Otto Katalog zu geben.
    Damit seit ihr meiner Meinung nach zu weit gegangen. Weis man wie schwer sich die Fast Eltern diese Entscheidung gemacht haben? Nein. Ich glaube nicht das diese leichtfertig getroffen wurde. Einer der es nicht selbst erlebt weis nicht wie schwer es ist. Ein Kind mit Behinderung Groß zuziehen, Und wer nicht in der Lage ist, trifft eine Verantwortungsvolle Entscheidung. Genauso wie ich selbst entschieden habe gar keine Kinder zu bekommen, weil ich Behindert bin. Werd ich dann auch angegriffen? Wenn man sich die Momentane Lage ansieht wie schwer es Menschen mit behinderung in unserer gesellschaft haben, und wie schwer es ist eine Gute pflegefamilie zu finden, sollte man es selbst nicht schaffen. Ist es nicht verwunderlich das sich einige Fast Eltern Entscheiden kein Kind mit Down Syndrom zu bekommen. Und in einigen Fällen ist es nicht bequemlichkeit, wie es dieser Artikel darstellt. (Otto Katalog Link sieht für mich so aus), Sondern eine Verantwortungsvolle Entscheidung. Ich hoffe Solche Artikel mit diesem Maß an Arroganz die dieser Artikel austrahlt, nicht mehr lesen muss. Und die Redaktion vielleicht beide Seiten sieht und nicht „nur“ der armen Behindis wie ihr sie so schön bezeichnet. Sondern auch die der Fast Eltern was sie sonst noch bewogen haben könnte diese sicherlich schwere entscheidung zu fällen.

    23. Januar 2015 at 15:03

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