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Ich mix den Alten dann mal ’nen Medikamenten-Cocktail

Arzneimittel können wegen Nebenwirkungen riskant sein – das ist bekannt. Besondere Gefahren gehen allerdings von mehreren Pillen auf einmal aus – und für ältere Menschen, deren Ärzte wahllos verschreiben.

Bunt, aber das sind keine harmlosen Smarties: Pillen (Foto: Andrea Damm/pixelio.de)

Viele Patienten gehen mit ihren Arzneimitteln laut einer Erhebung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) das Risiko von Wechselwirkungen ein. Das genaue Ausmaß der Gefahren sei allerdings nicht zu beziffern, sagte der zuständige WIdO-Mitarbeiter Uwe Eichler der Nachrichtenagentur dpa und wies damit Details aus einem Bericht der heutigen „Rheinischen Post“ zurück, die zuerst über das Thema berichtet hatte.

Die Erhebung zeigt laut Eichler, dass Wirkstoffe für das Herz-Kreislauf-System für zwei Drittel aller Wechselwirkungen verantwortlich sind. Auffällig sei zudem, dass nicht mangelnde Kommunikation zwischen verschiedenen Ärzten eines Patienten für Wechselwirkungen hauptverantwortlich sei. 80 Prozent der Risiken resultierten aus den Verschreibungen desselben Arztes.

Laut „Rheinischer Post“ birgt jede sechste Verordnung die Gefahr, dass die Pille unerwünscht mit anderen Mitteln zusammenwirkt. Ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen seien besonders gefährdet, vor allem Pflegeheim-Bewohner. In drei von tausend Fällen verschrieben die Ärzte sogar einen Pillen-Mix, der lebensbedrohlich sein könne. Ausgewertet wurden demnach die rund 65 Millionen verordneten Verpackungen für die 24 Millionen AOK-Versicherten aus dem ersten Quartal 2012.

Krankenhausreif wegen Medikamenten

Der WIdO-Veröffentlichung zufolge wurde in 120.000 Fällen eine Kombination bestimmter Mittel gegen Bluthochdruck verordnet, die nicht gemeinsam eingenommen werden sollten. In weiteren 2,3 Millionen Fällen wurden Arzneimittel gemeinsam verordnet, die auf schwerwiegende Art zusammenwirken könnten. Hinzu kämen 11,3 Millionen Fälle von Kombinationsverordnungen, die moderat, teils sogar gewollt zusammenwirken könnten.

Die hohe Verschreibungsrate bei älteren Patienten erhöht auch nach bisherigen Studien das Risiko, dass Arzneimittel selbst zur Ursache von Krankenhauseinweisungen werden. Nach Angaben des Kieler Pharmakologen Ingolf Cascorbi sind sieben Prozent aller Krankenhausaufnahmen arzneimittelbedingt.

(dpa)


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